Schlagwort: Ghiotto

Report Rennen 2

Heimvorteil genützt: Mit Ghiotto, Colombo und Martucci erneut drei Italiener am Podium.

Bei noch heißeren Temperaturen als gestern waren die BOSS GP-Piloten im 25-minütigen Hauptrennen am Misano World Circuit erneut enorm gefordert. Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio), Sieger am Samstag, behielt von Anfang an kühlen Kopf und war zu keiner Zeit des Rennens gefährdet, seinen Spitzenrang abgeben zu müssen. Der Meisterschaftsführende in der FORMULA-Klasse siegte im sechsten Saisonrennen zum bereits fünften Mal. Damit liegt Ghiotto voll auf Kurs in Richtung Titel Nummer 3.

Am längsten am Heck des Dallara-Formel-2 von Ghiotto klebte Landsmann Simone Colombo (MM International), der sich die schnellste Runde des Rennens mit Ghiotto teilte und wie schon gestern Rang 2 nach Hause fuhr – wirklich in Bedrängnis konnte aber auch er Ghiotto nicht bringen. Dennoch nimmt Colombo nach diesem für ihn sehr erfolgreichen Wochenende auch die erste Verfolgerrolle in der Gesamtwertung ein.

Marco Ghiotto war in Misano nicht einzuholen

Hinter dem BOSS GP-Rookie klassierte sich MM-International-Teamkollege Luca Martucci (ITA), der vor allem zu Beginn des Rennens ungewohnte Zurückhaltung zeigte. In der Anfangsphase war Martucci hinter Andreas Fiedler (GER, Fiedler Racing) zurückgefallen und auch im Windschatten dauerte es lange, bis er zu einem Überholmanöver ansetzen konnte.

Fiedler feiert heute seinen Geburtstag, längere Zeit sah es sogar danach aus, als könnte er diesen mit einem Top-3-Platz beschließen. Im ersten Rennen wurde Fiedler von einer verbogenen Spurstange gebremst, und auch heute musste er mit abbauenden Reifen im Verlauf des Rennens sowohl Martucci als auch Neuling Paul O’Connell (IRE, HS Engineering) ziehen lassen. Letzterer beeindruckte erneut mit zahlreichen Überholmanövern im Rennen.

Thomas Jackermeier (GER, Top Speed) zeigte nach der unglücklichen Startkollision gestern heute eine fehlerfreie Leistung und sicherte sich verdient Rang 6. Sohn Simon (GER, Top Speed), das zweite Mal in einem BOSS GP-Rennen am Start (!), ging es zunächst behutsam an, steigerte sich dann aber enorm und überholte mit ähnlichen schnellen Rundenzeiten wie der Papa noch Maurizio Copetti (ITA, Scuderia Palladio) und Christian Ferstl (AUT, Top Speed) für Rang 8 hinter Walter Steding (GER, Scuderia Palladio).

Maurizio Copetti (v.) gewinnt in der SUPER LIGHTS-Kategorie

Copetti gewann im V6-WSbN-Monoposto die Wertung der SUPER LIGHTS. Er war in der Anfangsphase weiter vorne im Pulk zu finden, doch ein Ausrutscher ausgangs der letzten Kurve beendete fast sein Rennen. Nur mit den richtigen Bewegungen am Volant und etwas Glück konnte er einen Abflug vermeiden. Was passieren kann, wenn man es übertreibt, musste schon früh Gianluca De Lorenzi (RSM, GDL Racing) erfahren. Auf Rang 2 liegend trieb es auch ihn im WSbR-Dallara ausgangs der letzten Kurve zu weit nach außen auf die Kurbs, das Auto verlor dabei Bodenkontakt, wurde in die Wiese geschleudert und anschließend vom Reifenstapel gebremst. Zwar musste der Vierte aus Rennen 1 den zweiten Lauf schon in Runde 1 beenden, doch immerhin ohne größeren Schaden an Mensch und Maschine.

Nach der Sommerpause steigt für die BOSS GP Racing Series mit dem Auftritt beim AvD Oldtimer-Grand-Prix am Nürburgring (13. bis 15. August 2021) ein Saisonhighlight. Allen Anschein nach endlich wieder mit Fans und im wunderschönen und ehrwürdigen Rahmen einer der größten Motorsportveranstaltungen des Kontinents.

Fotos: Angelo Poletto/BOSS GP

Report Rennen 1 Misano

Ghiotto wehrt alle Angriffe ab und triumphiert erneut.

Nicht nur der Asphalt kochte an diesem Rennsamstag bei der BOSS GP-Premiere am World Circuit Misano. Es kochte auch unter den Helmen, denn zahlreiche Piloten rechneten sich wegen der geschlossenen Abwesenheit der Formel 1 und IndyCars aus der OPEN-Klasse dieses Mal Chancen auf den Gesamtsieg aus. Aus Reihe 1 starteten Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) und Gianluca De Lorenzi (RSM, GDL Racing) ins 20-minütige Rennen. Doch schon auf den ersten Metern bekamen sie Gesellschaft von dem aus der zweiten Reihe ins Rennen gegangene Luca Martucci (ITA, MM International), der sich danebendrückte und die Führung übernehmen wollte. Doch Ghiotto hielt dagegen, bremste innen und ein wenig später als Martucci, und behielt so die Spitzenposition. Dahinter ging Martucci gegen Colombo und Fiedler der Platz aus, dabei kam es zur Kollision mit Thomas Jackermeier, der den Dallara-GP2 von Martucci touchierte. Beide Piloten konnten das Rennen fortsetzen, Jackermeier allerdings erst nach einem Kontrollstopp bei seiner Crew an der Box.

Weiter hinten im Feld war in Runde 2 Schluss für Christian Ferstl, der sich gerade in einem intensiven Dreikampf mit Bruno Jarach (EST, Eesti Motorsport) und Paul O’Connell (IRE, HS Engineering) befand. Weil der Wagen von Bergrenn-Spezialist Ferstl ungünstig parkte, wurde das Fanatec Safety-Car auf die Strecke geschickt.

Beim Restart war Ghiotto dem nächsten Angriff ausgesetzt, denn Colombo versuchte gleich in der ersten Kurvenpassage, einer langsamen Rechts-Links-Rechts-Kombination, am Titelverteidiger vorbeizugehen. Ghiotto blockte aber raffiniert ab, Colombo demolierte sich beim gescheiterten Überholversuch noch dazu den Frontflügel. Es dauerte nicht lange, bis De Lorenzi die daraus resultierenden Handlingprobleme von Colombo nutzte und wieder Rang 2 einnahm. Schnell machte sich der flotteste World Series by Renault-Chauffeur auf die Jagd nach Ghiotto – mit schnellsten Rennrunden machte er ordentlich Druck. Doch Ghiotto teilte sich die Reifen geschickt ein und drehte zu Rennhalbzeit ordentlich auf. De Lorenzi hingegen war plötzlich mit Colombo, der mit leicht beschädigtem Frontflügel weiterhin Martucci hinter sich halten konnte, beschäftigt. In der vorletzten Runde vollzog dieser das Überholmanöver und ging an De Lorenzi vorbei. Es sollte noch dicker kommen, denn auch Martucci stürmte in der allerletzten Runde vorbei aufs Podium.

Colombo (v.) hat De Lorenzi kurz vor dem Rennende noch überholt

Damit war das Siegerpodest dieses Mal komplett in italienischer Hand: Ghiotto triumphierte im fünften Rennen in diesem Jahr zum vierten Mal in der FORMULA-Klasse. BOSS GP-Rookie Simone Colombo holte mit Rang 2 nicht nur 22 wertvolle Punkte, sondern auch seine beste Karriereplatzierung und Luca Martucci stand zum dritten Mal in diesem Jahr am Klassenpodest.

Hinter De Lorenzi überquerte O‘Connell im HS-Engineering-Siegerauto von Spielberg die Ziellinie. Der Ire zeigte vom letzten Startplatz aus eine starke Rennperformance und wurde mit Rang 5 belohnt. Auch Andreas Fiedler, der in den ersten Runden des Rennens sogar die Top-3 in Angriff nahm, und Walter Steding (GER, Scuderia Palladio) konnten den BOSS GP-Newcomer nicht hinter sich halten. Auch Simon Jackermeier (GER, Top Speed) beendete sein allererstes Rennen beachtlich und ohne größere Schwierigkeiten auf FORMULA-Rang 8.

Den Siegerpokal in der SUPER LIGHTS-Wertung holte sich Maurizio Copetti (Scuderia Palladio) ab. Copetti sorgte dafür, dass die italienische Hymne heute gleich zweimal gespielt wurde. Nach einem Warm-up um 9:30 Uhr folgt morgen Sonntag um 15:10 Uhr Ortszeit (erneut im Livestream) das 25-minütige Hauptrennen der BOSS GP Racing Series im Rahmen des Peroni-Rennwochenendes in Misano.

Fotos: Angelo Poletto/BOSS GP

Report Rennen 1 Mugello

Marco Ghiotto trickst alle aus. Premierensieg für Ulf Ehninger in der OPEN.

Hektisches Treiben herrschte am Starting Grid. Kurz vor dem Rennstart wechselten die meisten Teams noch von den Pirelli Cinturato-Regenreifen auf die P Zero-Slicks. Der Regen hatte vor Rennstart aufgehört, so dass ein Großteil des 5,2 Kilometer langen Kurses aufgetrocknet war. Dennoch setzten u.a. Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio), Andreas Fiedler (GER, Fiedler Racing), Bruno Jarach (EST, Eesti Motorsport) und Formel-3000-Einzelkämpfer Walter Colacino (ITA, Colacino) auf die profilierten Reifen von Exklusiv-Reifenlieferant Pirelli.

Schnell war klar, sie hatten auf die richtige Karte gesetzt. Schon beim harten Anbremsen auf die erste Kurve hatte Ghiotto die Nase vorn. Polesetter Marc Faggionato, der beim Start zurückhaltend agierte, verlor sofort einige Plätze. Gianluca De Lorenzi (SMR, GDL Racing) rutschte mit untertemperierten Slicks im Feuchten ins Kiesbett, konnte die Fahrt aber fortsetzen. Auch Simone Colombo (ITA, MM International) konnte dahinter nur knapp einen Dreher verhindern.

Erster Jäger von Marco Ghiotto war Andreas Fiedler (GER, Fiedler Racing), der nur von Startplatz 11 ins Rennen ging und schon nach Runde 1 an zweiter Stelle über Start-Ziel kam. Doch in Runde 4 kam für Fiedler aus noch ungeklärter Ursache das Aus, der Deutsche parkte seinen GP2-Dallara im Fahrerlager und musste zähneknirschend einer vergebenen Chance hinterhertrauern.

Die Action ging aber weiter: Ingo Gerstl (AUT, Top Speed), der mit seinem Formel-1-Toro-Rosso aus der Box gestartet war, versuchte durchs dichte Feld zu kommen. In Runde 5 war er hinter Ghiotto angekommen, doch auch ihn stoppten überhitzende Regenreifen. So übernahm Luca Martucci (ITA, MM International) Rang 2. Martucci fuhr zwar die schnellste Rennrunde, verlor aber in der Anfangsphase mit Zweikämpfen zu viel Zeit auf Ghiotto. Der FORMULA-Meister der Jahre 2020 und 2021 suchte unterdessen jede nasse Stelle am Asphalt, um seine Regenreifen am Leben zu halten. Eine späte Safety-Car-Phase half, um den Rennsieg zu sichern.

v.l. Martucci, Rennsieger Ghiotto, OPEN-Sieger Ehninger und De Lorenzi

Martucci wurde Zweiter und machte im Vergleich zum Qualifying sechs Plätze gut. Gianluca De Lorenzi erholte sich von seinem anfänglichen Ausflug ins Kiesbett schnell, Rang 3 ist der verdiente Lohn beim BOSS GP-Debüt. Ulf Ehninger (GER, ESBA Racing) profitierte zwar vom Ausfall Gerstls, dennoch kann der Benetton-Pilot auf ein kontrolliertes Rennen bei rutschigen Bedingungen verweisen. Auch ein kurzer Ausritt ins Kiesbett konnte Ehninger nicht stoppen. Dafür gab es den verdienten Siegerpokal in der OPEN-Klasse – der erste seiner BOSS GP-Laufbahn!

Einen rundenlangen Zweikampf lieferten sich Nicolas Matile (MCO, Zig-Zag) und Bruno Jarach (EST, Eesti Motorsport). Matile im Auto GP war in den Kurven etwas schneller, Jarach im GP2 auf den Geraden. Letztlich knackte Matile die harte Nuss Jarach, was Rang 6 bedeutet.

Unglücklich im Kiesbett von Kurve 1 endete das Rennen von Simone Colombo (ITA, MM International) und Marc Faggionato (MCO, Zig-Zag). Im Duell um das Podest kollidierten die beiden leicht. Die Revanche der Geschlagenen folgt vielleicht schon morgen. Rennen 2 startet um 14:25 Uhr Ortszeit. Das Rennen wird erneut im italienischen Fernsehen (MS Motortv) und über den YouTube-Kanal von Rennveranstalter Gruppo Peroni übertragen. Zuvor wird um 10:00 Uhr noch ein Warm-up gefahren.

Fotos: Michael Jurtin/BOSS GP

Report Rennen 2 Mugello

Fiedler gewinnt Regenrennen vor Matile.

Regen, Blitz und Donner hatten die Region Mugello am Rennsonntag fest im Griff. So war es kein Wunder, dass einige Piloten in ihren über 600-PS-starken Autos auf einen Start im zweiten Rennen verzichteten und kein Risiko eingingen. Umso bewundernswerter sind jene Fahrer, die sich auf die nasse Strecke mit teils stehendem Wasser wagten.

Aus der ersten Reihe nahmen der Rennsieger von gestern, Luca Martucci (ITA, MM International), und Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) das Rennen in Angriff. Just beim Umschalten der Ampel auf Grün verlor Martucci die Kontrolle über seinen Wagen und hatte in Folge Glück, nicht die Boxenmauer zu treffen. Nach dieser Schrecksekunde konnte er das Rennen sogar fortsetzen. Noch in Runde 1 erwischte es dann in Führung liegend auch Ghiotto, der sich ausgangs von „Arrabbiata 1“ wegdrehte. Weil das Fahrzeug aus der Wiese geborgen werden musste, neutralisierte das Fanatec Safety-Car das Rennen.

In Führung lag nun Andreas Fiedler (DEU, Fiedler Racing) im Dallara-GP2, der sich im Schlussspurt mit Nicolas Matile (MCO, Zig-Zag) in einem Auto-GP-Lola ein aufregendes Duell in der Gischt lieferte. Den Sieg vor Augen gaben beide Piloten alles und waren teilweise nur Zentimeter voneinander entfernt im Drift unterwegs. Schließlich wehrte Fiedler alle Angriff Matiles ab und holte sich seinen ersten BOSS GP-Gesamtsieg. Doch auch Nicolas war glücklich über Rang 2 und sein bislang bestes BOSS GP-Resultat. Zum zweiten Mal in diesem Jahr aufs Podium fuhr Salvatore de Plano (ITA, Coloni) im Auto GP, dessen Regenerfahrung sich diesmal bezahlt machte.

Ebenfalls sein bestes BOSS GP-Ergebnis erreichte Bruno Jarach (EST, Eesti Motorsport) mit dem vierten Rang. Als Fünfter klassierte sich der unglückliche Luca Martucci, der sich zumindest noch die schnellste Runde sicherte.

Nach den zwei Rennen in Mugello sind auch die Entscheidungen in der Meisterschaft gefallen: Ingo Gerstl (OPEN) und Marco Ghiotto (FORMULA) verteidigen ihren Titel aus dem Vorjahr. Die Top-3 in der großen Klasse beschließen Benetton-Fahrer Ulf Ehninger (DEU, ESBA Racing) und Jaguar-Pilot Riccardo Ponzio (ITA, Adriatica Competition). Gesamtrang 2 in der FORMULA-Klasse geht an Luca Martucci. Sensationell Dritter wird Ghiottos Teamkollege Walter Steding (DEU, Scuderia Palladio).

Das Saisonfinale in Imola musste abgesagt werden. Grund hierfür ist der beginnende Aufbau für den am 1. November stattfindenden Formel-1-Grand-Prix der Emilia Romagna. Als Alternative plant die BOSS GP Racing Series ein Abschlussevent am Adria Raceway (ITA). Details dazu folgen in Kürze.

Foto: Roberto Piccinini/Actualfoto

Report Rennen 1 Mugello

FORMULA: Martucci besiegt Ghiotto, Gerstl vor Ehninger in der OPEN-Klasse

Jede Menge haben die BOSS GP-Piloten nach diesem Rennen zu erzählen. Ausgerechnet beim Start in die Aufwärmrunde auf den 5,4 Kilometer langen Mugello Circuit begann es zu regnen. Um einen sicheren Rennstart zu gewährleisten und den Teams Zeit zu geben, auf Regenreifen umzustecken, wurde das Rennen noch einmal gestoppt und ein paar Minuten später hinter dem Fanatec Safety-Car gestartet. Doch nicht alle wechselten in der Pause von den Slicks auf die Pirelli-Cinturato-Regenreifen. Nicolas Matile (MCO, Zig-Zag), Salvatore de Plano (ITA, Coloni) und Bruno Jarach (EST, Eesti Motorsport) riskierten, doch schon nach Freigabe des Rennens stellte sich ihre Reifenwahl als Fehler heraus. An verschiedenen Stellen der Strecke begann es erneut stärker zu regnen. Die wechselnden Bedingungen machten es den Fahrern in der Folge unglaublich schwer, das richtige Tempo zu finden. Doch die BOSS GP-Piloten machten einen herausragenden Job, und schafften es, ihre PS-starken Formel 1-, Formel 2- und Auto-GP-Wagen auf der Piste zu halten.

Hinter dem Österreicher Ingo Gerstl (Sieger OPEN-Wertung) im Toro Rosso F1 lieferten sich Luca Martucci (ITA, MM International) und Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) ein episches Duell um den Sieg in der FORMULA. In Runde 1 ging Ghiotto zunächst an Martucci vorbei. Zu Rennmitte spitzte sich das Geschehen zu: Nach einigen zaghaften Versuchen gelang Martucci das entscheidende Manöver bei über 300 km/h auf Start-Ziel. Beinahe kam es dabei zu einer Berührung. Doch das Duell war noch nicht zu Ende, denn jetzt musste Luca die Linie vorgeben. Marco folgte fortan nur wenige Meter dahinter und probierte es noch einmal, an Martucci vorbeizugehen. Um zu verdeutlichen, wie eng es zwischen Martucci und Ghiotto zuging: Die beste Rundenzeit der beiden lag nur 0,003 Sekunden (zugunsten Ghiottos) auseinander. Doch es reichte nicht mehr für den Tabellenführer, stattdessen hatte Martuccis Mannschaft diesmal Grund zu jubeln. Es war der erste Sieg überhaupt für den großgewachsenen Italiener in der BOSS GP Racing Series, und was für einer!

Lange konnte auch Marc Faggionato (MCO, Zig-Zag) den beiden Italienern bei ihrem Heimspiel folgen. Für ihn wurde es ein starker dritter Platz. Ein für ihn selbst überraschend gutes Rennen lieferte auch Andreas Fiedler (DEU, Fiedler Racing). Der Meisterschafts-Dritte von 2019 hat sich einen neuen Dallara-GP2 gekauft und nützt die Rennen in dieser Saison als Test. Weil sein Team keine Regenreifen parat hatte, musste der Deutsche zu seinem Zelt ins Fahrerlager fahren, und anschließend aus der Boxengasse starten. Relativ schnell ging es vor auf Klassenrang 5, doch die Lücke nach vorne war bereits groß. Bis zu Rennhalbzeit souverän auf Kurs zu Rang 4 war Walter Steding (DEU, Scuderia Palladio) unterwegs. Steding verlor in der zweiten Rennhälfte aber an Boden, und seine Position auch an Landsmann Fiedler.

Tadellos schlug sich auch Armando Mangini (ITA, MM International) mit Klassenrang 6 hinter Steding. Im Vorjahr hatte Mangini noch seinen Rücktritt bekanntgegeben. Heute hat er bewiesen, dass das wohl voreilig war. Das wohl härteste Rennen verbuchte Salvatore de Plano (ITA, Coloni). Als Einziger blieb er bis zum Schluss auf Trockenreifen auf der Bahn, und war damit chancenlos. Es ist wohl nur seinen fahrerischen Qualitäten zu verdanken, dass er das Rennen beenden konnte.

Morgen folgt – bei angesagten Regenschauern – das zweite Rennen (14:30 Uhr) in Mugello. Zuvor gibt es noch ein zehnminütiges Warm-up ab 10:20 Uhr.

Foto: Roberto Piccinini/Actualfoto

Report Rennen 1 Brünn

Ghiotto (GP2) and Gerstl (Toro Rosso)

Ghiotto liefert sich Duell mit Gerstl und baut Führung in der FORMULA aus.

Zum ersten Mal in diesem Jahr konnten Rennsportfans die BOSS GP Racing Series wieder live vor Ort erleben. Der Klang von V10- und V8-Motoren und die spätsommerlichen Temperaturen an die 30 Grad lockten bereits am Samstag einige Tausend Zuseher zu den Masaryk Racing Days ins Automotodrom.

Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) war der klare Favorit auf den Sieg. Doch Gerstl schöpfte nicht das volle Potenzial seines Toro Rosso STR1 aus und so konnte Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) zu Rennmitte plötzlich aufschließen. Zweimal wechselte die Führung unter den beiden, bis sich schließlich Gerstl doch noch durchsetzte. Ghiotto sah’s gelassen, konnte er mit dem Klassensieg seine FORMULA-Tabellenführung weiter ausbauen.

Deutlich größer als zunächst erwartet fiel der Rückstand seiner Konkurrenten Luca Martucci (ITA, MM International) und Roman Hoffmann (AUT, Hoffmann Racing) aus. Martucci überholte gleich nach dem Start Hoffmann und setzte sich anschließend auf Klassenrang 2 fest. BOSS GP-Rookie Hoffmann blieb Dritter und konnte trotz Getriebeproblemen zum dritten Mal in Folge einen Pokal mit nach Hause nehmen.

Weil Walter Steding (DEU, Scuderia Palladio) beim Vorstart nicht wegkam, folgte seinerseits eine Aufholjagd mit einigen sehenswerten Überholmanövern. Letztlich verpasste er das Treppchen mit Klassenrang 4 nur knapp. Steding überholte auch Salvatore de Plano (ITA, Coloni), der als Fünfter die Zielflagge in der Klasse FORMULA sah.

Die meisten Ränge nach vorne ging es für Andreas Fiedler (DEU, Fiedler Racing), der sich gleich in der Anfangsphase von Rang 9 auf Rang 6 nach vorne schob. Bianca Steiner (AUT, Steiner Motorsport) blieb im Rennen vor Christian Ferstl (AUT, Ferstl Racing) und Christopher Höher (AUT, Top Speed), der allerdings frühzeitig die Box ansteuerte.

Morgen Sonntag stehen ein Warm-up (9:05 Uhr) und das zweite Rennen (12:20 Uhr) am Programm. Gestartet wird wie in Rennen 1 nach dem Ergebnis des Zeittrainings. Glaubt man der Wettervorhersage, könnten morgen die Pirelli-Regenreifen Cinturato zum Einsatz kommen.

Foto: Dirk Hartung

Report Qualifying Brünn

Ingo Gerstl, Toro Rosso STR1

Ingo Gerstl und Marco Ghiotto in Startreihe 1.

Wie zu erwarten wurde das Qualifying in der FORMULA-Klasse zu einem Dreikampf um die Poleposition. Klassenbester war FORMULA-Tabellenführer Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio), der sich zwei Zehntelsekunden vor Roman Hoffmann (AUT, Hoffmann Racing) durchsetzte. Hoffmann fuhr sein bislang bestes Qualifying-Ergebnis ein und stellte seinen Dallara GP2 für beide Rennen in die zweite Startreihe. Neben ihm wird Luca Martucci (ITA, MM International) auf die Jagd durchs Automotodrom Brünn gehen.

Walter Steding (DEU, Scuderia Palladio) konnte bei seiner Premiere in Q1 der Trainingsschnellsten seine Leistungen von Freitag bestätigen. Er geht von Position 5 aus ins Rennen, dahinter startet Salvatore de Plano (ITA, Coloni). De Plano im A1GP gelang als einzigem Piloten noch eine Zeitenverbesserung am Ende von Q2. Letztlich fehlte ihm nur eine Hundertstelsekunde auf Steding. Auf den Rängen 7 bis 9 folgen mit Bianca Steiner (Steiner Motorsport), Christian Ferstl (Ferstl Racing) und Christopher Höher (Top Speed) gleich drei Österreicher. Höher, der den Saisonauftakt in Imola gewann, fuhr allerdings nur eine gezeitete Runde.

Schnellster im Zeittraining beim dritten Qualifying in diesem Jahr war erneut Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) im Toro Rosso STR1. Mit 1:35.544 lag er nur knapp über seinem eigenen Rundenrekord. Rennen 1 über 20 Minuten wird heute Samstag um 15:25 Uhr freigegeben.

Foto: Dirk Hartung

Report Freies Training Brünn

Der überraschende Trainings-Freitag bei den Masaryk Racing Days im Rückblick.

Blicken wir auf die Trainingszeiten, ist morgen vor allem in der FORMULA-Klasse ein spannender Kampf um die Poleposition zu erwarten. Mit nur knappen Abständen qualifizierten sich sowohl Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) und Luca Martucci (ITA, MM International) als auch Roman Hoffmann (AUT, Hoffmann Racing) für das Qualifying der fünf schnellsten Piloten der Freien Trainings. Speziell Hoffmann könnte morgen bei seinem erst fünften Rennen in einem GP2-Dallara den beiden schnellen Italienern ordentlich einheizen. Zum ersten Mal qualifizierte sich auch Walter Steding (DEU, MM International) für Q1. Kann er morgen gar um ein Podium mitmischen?

Die schnellsten für Q2 qualifizierten Fahrer sind Salvatore de Plano (ITA, Coloni) im A1GP-Auto und Florian Schnitzenbaumer (DEU, Top Speed). Noch in der Eingewöhnungsphase befindet sich Bianca Steiner (AUT, Steiner Motorsport), die nach einer längeren Rennpause ihr Comeback in der BOSS GP Racing Series gibt. Erst zum zweiten Mal am Start eines BOSS GP-Rennwochenendes ist Bergrenn-Spezialist Christian Ferstl (AUT, Ferstl Racing), heute reichte es für Klassenrang 8. Er rechnet sich für Samstag und Sonntag noch einiges mehr aus. Dahinter im Tableau folgen Armando Mangini (ITA, MM International), Andreas Fiedler (DEU, Fiedler Racing) und Bruno Jarach (EST, Scuderia Palladio).

Schnellster am heutigen Trainingstag war Brünn-Rundenrekordhalter Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) in seinem Toro Rosso STR1 mit V10-Cosworth-Power. Er stellte mit 1:39.051 die Bestzeit auf. Das in zwei Gruppen geteilte Zeittraining beginnt morgen Samstag um 9:30 Uhr.

Foto: Dirk Hartung

Report Qualifying Spa

FORMULA pole for Marc Faggionato

Erste Startreihe für Gerstl und Faggionato.

Mit rund 300 km/h brausten die Helden der BOSS GP Racing Series durch die Ardennen. Schnellster beim heutigen Qualifying war abermals Ingo Gerstl (AUT, Top Speed). Er blieb mit einer Zeit von 1:55.836 als einziger Fahrer unter der Marke von zwei Minuten für eine Runde.

Eine starke Leistung legte auch Marc Faggionato (MCO, Top Speed) hin, der an diesem Wochenende ausnahmsweise für Top Speed an den Start geht. Mit einer Zeit von 2:03.888 war er vier Zehntel schneller als Meister Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio). Ghiotto geht aus der zweiten Reihe ins Rennen, zusammen mit Landsmann Riccardo Ponzio (Adriatica Competition). Dessen wunderschöner Jaguar R3 wurde vom Team über Nacht repariert und damit Ponzio die Teilnahme am Renntag ermöglicht.

Schnellster Pilot im zweiten Qualifying (für alle Fahrer außerhalb der Top-5 vom Freien Training) war Roman Hoffmann (AUT, Hoffmann Racing). Damit verdrängte er überraschend Luca Martucci (ITA, MM International) aus den Top-5. Auf den weiteren Plätzen folgen mit Walter Steding (DEU, MM International) und Andreas Fiedler (DEU, Fiedler Racing) weitere GP2-Piloten. Michael Aberer im World Series by Renault klassierte sich als Neuntschnellster. Ulf Ehninger im Benetton-Formel-1 geht als Zehnter ins Rennen.

Beide Rennen sind heute Sonntag im Livestream auf www.bossgp.com/livestream zu verfolgen. Rennen 1 startet um 12:05 Uhr, Rennen 2 um 16:05 Uhr.

Report: Rennen 1 Imola

Toller Saisonauftakt der BOSS GP am Autodromo Enzo e Dino Ferrari.

Chris Höher (AUT, Top Speed) gewinnt das Rennen in der FORMULA-Klasse. Im Qualifying noch von Luca Martucci (ITA, MM International) geschlagen, war im Rennen gegen das ehemalige GT3-Ass keiner der Rennfahrerkollegen in der Lage, das Tempo mitzugehen. Fehlerfrei sicherte sich der 23-Jährige seinen fünften BOSS GP-Rennsieg.

Dahinter gab’s zwei Duelle, die fast das ganze Rennen lang über begeisterten. Zum einen um Rang 2 in der FORMULA-Klasse zwischen Martucci und Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio). Zum anderen um Rang 4 zwischen Marc Faggionato (MCO, Zig-Zag) und Salvatore de Plano (ITA, Coloni). Während Martucci sich bis zuletzt gegenüber Ghiotto verteidigen musste und hart, aber fair Rang 2 holte, gab um Rang 4 ein Defekt an Faggionatos Auto den Ausschlag zugunsten von de Plano im A1GP-Auto. Walter Steding beendete das Rennen auf Platz 5. Hinter Nicolas Matile kam Christian Ferstl (AUT Top Speed) als Siebenter und damit bester der sechs Rookies ins Ziel.

In der OPEN-Klasse der Formel-1-Autos gab sich der fünffache BOSS GP-Gesamtsieger Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) keine Blöße. In der OPEN fuhr er mit seinem Toro Rosso STR1 ungefährdet zum Gesamtsieg. Zweiter wurde Ulf Ehninger, der damit sein bislang bestes Ergebnis einfuhr. Nicht starten konnte Riccardo Ponzio (ITA, Adriatico Competition) mit seinem Jaguar R3, der hofft, im zweiten Rennen dabei sein zu können. Start ist um 16:15 Uhr.