Kategorie: Allgemein

Report: Hockenheim Rennen 2

Im Kampf um den Sieg in der FORMULA-Wertung spitzten sich die Geschehnisse in der letzten Runde zu. Klassensiege für Gerstl, Schlegelmilch, Colombo und Hasler.

BOSS GP-Rookie Zdenek Chovanec-Lopez (CZE, MM International) legte fast zwanzig Minuten ein unglaubliches Tempo hin und sah bereits wie der sichere Sieger aus, als seine Reifen begannen, stark abzubauen. Chovanec-Lopez‘ GP2-Wagen begann deutlich sichtbar immer mehr zu rutschen. Im Powerslide versuchte er noch, den heranfliegenden Simone Colombo (ITA, MM International) hinter sich zu halten, doch die Mühe war umsonst. Colombo teilte sich seine Pirelli P-Zero-Slicks besser ein und holte sich damit den FORMULA-Sieg im 25-minütigen Sonntagsrennen.

Hinter Colombo und Chovanec-Lopez folgte Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio), der sich damit erneut einen Pokal bei der Siegerehrung abholen durfte. Als undankbarer Vierter überquerte Luca Martucci (ITA, MM International) die Ziellinie. Der erfahrene Italiener setzte sich gegen Michael Aberer (AUT, MA Motorsport) durch, der zumindest am Beginn des Rennens Martucci beschäftigte. Aberer konnte nach seinem Ausfall gestern heute mit einem guten Ergebnis anschreiben.

Paul O’Connell (IRE, HS Engineering) kam als Klassen-Sechster ins Ziel, vor Giancarlo Pedetti, der wie schon gestern bei seinem BOSS GP-Debütrennen eine saubere Leistung hinlegte. Als bester Deutscher klassierte sich Walter Steding (GER, Scuderia Palladio) als Achter. Trotz einer Kollision am Beginn des Rennens konnte auch Alexander Seibold (GER, Scuderia Palladio) das Rennen beenden. Sehr zur Freude vieler Fans, denn Seibold startete mit einem besonderen Helmdesign als Hommage an den unvergessenen Schweizer Formel-1- und Sportwagen-Rennfahrer Jo Siffert.

Gut besuchte Tribünen bei bestem Frühsommerwetter in Hockenheim

Die weiteren Klassen:

Die OPEN-Kategorie der Formel-1-Wagen war erneut eine klare Angelegenheit für Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) im Debüt-F1 der Scuderia Toro Rosso (heute Alpha Tauri). Trotz vorzeitigem technischen K.o. konnten Phil Stratford (USA, Penn Elcom Racing) und Ulf Ehninger (GER, ESBA Racing) als Zweiter bzw. Dritter anschreiben.

Harald Schlegelmilch (LVA, HS Engineering) im gelb-schwarzen World Series V8-Boliden machte es wie in Rennen 1 und schaffte es, vom letzten Startplatz aus, schon in den ersten Runden weit nach vorn zu fahren. Der Lette ließ alle FORMULA-Fahrzeuge hinter sich und gewann die neue Wertung der modifizierten BOSS GP-Autos.

Nachdem Andreas Hasler (AUT, Hasler Motorsport) gestern nicht am Rennen teilnehmen konnte, war der Österreicher heute bemüht, durchzukommen. Das gelang und sogar noch mehr: der Sieg in der Sechszylinder-Wertung SUPER LIGHTS.

Die beiden Rennen im Rahmen der Bosch Hockenheim Historic können unter www.hockenheim-historic.de/live in der Wiederholung angesehen werden.

Im Rahmen der Rundstreckentrophy am Red Bull Ring in Spielberg in vier Wochen (3.–5. Juni 2022) folgen die nächsten beiden Rennen der BOSS GP Racing Series.

Hinweis: Der Gesamtstand ist derzeit noch inoffiziell, da die Klasse der modifizierten FORMULA-Autos erst ins Reglement aufgenommen wird.

Fotos: Angelo Poletto/BOSS GP

Report: Hockenheim Rennen 1

Zehntausende Fans hörten aufmerksam hin, als die BOSS GP ihr Comeback auf dem Hockenheimring gab.

Der Lette Harald Schlegelmilch (HS Engineering) vollbrachte im ersten Saisonrennen 2022 das seltene Kunststück, vom letzten Startplatz aus noch den FORMULA-Klassensieg einzufahren. Schon nach der ersten Runde lag der ehemalige Trophysieger der deutschen Formel 3 in den Top-3 der Klasse, in der sechsten Runde schließlich überholte er auch den bis dahin führenden FORMULA-Piloten Zdenek Chovanec-Lopez (CZE, MM International). Schlegelmilch siegte damit nach Spielberg und Brünn 2021 zum vierten Mal in der BOSS GP Racing Series. Chovanec-Lopez freute sich ebenfalls über den zweiten Rang in seinem BOSS GP-Debütrennen.

Dahinter bildete sich längere Zeit über ein Dreikampf zwischen den Italienern Marco Ghiotto (Scuderia Palladio), Simone Colombo und Luca Martucci (beide MM International) – stehende Räder und Ausbremsversuche inklusive. In der vorletzten Runde gelang Colombo gegen Ghiotto das entscheidende Ausbremsmanöver in der Spitzkehre. Damit sprang Colombo „last minute“ noch aufs Podest.

Hinter Ghiotto und Martucci kam der Ire Paul O’Connell („Ich lebe meinen Traum“) von HS Engineering mit etwas Abstand als Sechster ins Ziel. Um Klassenrang 7 wurde noch bis zur Ziellinie gekämpft: Bianca Steiner (AUT, Steiner Motorsport), die zwischenzeitlich schon an Walter Steding (GER, Scuderia Palladio) vorbei war, klagte über plötzlichen Leistungsverlust. Schließlich reichte es knapp nicht mehr, Steding den siebenten Platz streitig zu machen. Als Neunter beendete Giancarlo Pedetti (ITA, Nannini Racing) sein Debütrennen in der BOSS GP Racing Series ebenfalls in den Top-Ten.

OPEN-Rennsieger Ingo Gerstl von Team Top Speed

Zur OPEN-Klasse: Diese war erneut sichere Beute für Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) im Toro-Rosso-F1. Der Tübinger Ulf Ehninger (GER, ESBA Racing) im Benetton-F1 hielt sich dahinter aus allen Streitereien der FORMULA-Klasse geschickt heraus und sicherte sich so Rang 2. Sein Benetton-Zwilling Phil Stratford (USA, Penn Elcom) war nur kurz zu sehen, mit technischen Problemen musste er das Rennen schon frühzeitig aufgeben.

Zu den Geschlagenen aus Lauf 1 zählte u.a. auch Michael Aberer (MA Motorsport): Der Österreicher machte es wie Sebastien Vettel und versenkte seine Chancen auf eine Topplatzierung im Kiesbett der Sachs-Kurve – der Schaden am GP2-Wagen sollte aber bis zum zweiten Rennen behoben sein. Startzeit für Lauf 2 ist morgen Sonntag um 15:55 Uhr (CEST), davor läuft um 11:05 Uhr das Warm-up. Auch wieder zu sehen im Livestream auf www.hockenheim-historic.de/live

Fotos: Angelo Poletto/BOSS GP

Report: Hockenheim Qualifying

Bereits am Samstagmorgen waren die Tribünen im Motodrom gut besucht und das offene Fahrerlager beim Bosch Hockenheim Historic dicht gedrängt. Belohnt wurden Frühaufsteher mit V10- und V8-Sounds der BOSS GP.

Ingo Gerstl (AUT, Top Speed), der BOSS GP-Meister der Jahre 2008, 2016 bis 2020, holte sich die erste Poleposition des Jahres. Wenig überraschend fuhr der Salzburger im Toro Rosso STR1 mit 1:21.093 die überlegene Bestzeit im ersten Zeittraining dieser Saison. Neben ihm startet BOSS GP-Rookie Zdenek Chovanec-Lopez (CZE, MM International) ins Rennen. Der 17-Jährige mit Formel-3-Erfahrung war damit der schnellste Pilot der FORMULA-Wertung. Dahinter geht sein Teamkollege Simone Colombo (ITA, MM International), der FORMULA-Vizemeister aus dem Vorjahr, ins Rennen. Rang 4 belegte Phil Stratford (USA, Penn Elcom) im Formel-1-Benetton des Jahres 1997, der sich trotz eines kleinen Ausrutschers am Beginn des Qualifyings weit vorne klassieren konnte.

Aufgrund seiner hohen Ansprüche etwas enttäuscht war der dreifache BOSS GP-Champion Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) im Original-GP2 von Charles Leclerc mit Rang 5. Der Italiener klagte schon gestern darüber, nicht gut mit der mittelschnellen Strecke zurechtzukommen. Dahinter startet Michael Aberer (AUT, MA Motorsport) ins Rennen. Trotz zwei Drehern konnte er sich bis zum Abwinken des Trainings immer weiter steigern und bis auf Rang 6 vorrücken.

Ulf Ehninger (GER, ESBA Racing) und Paul O’Connell (IRE, HS Engineering) gehen aus Reihe 4 ins Rennen. Luca Martucci (ITA, MM International) startet aufgrund einer Strafe nur von Startposition 9, Bianca Steiner (AUT, Steiner Motorsport) nach wenig Trainingszeit am Freitag von Rang 10.

Bianca Steiner in ihrem GP2-Auto

Gejagt wird das 17-köpfige Starterfeld heute Nachmittag von Harald Schlegelmilch (LVA, HS Engineering). Der Rennsieger aus dem Vorjahr geht nach starken Trainingszeiten nur vom vorletzten Startplatz in die Rennen. Bereits in der Outlap brach die Antriebswelle am getunten World Series by Renault-Boliden. Das österreichische Team kann den Wagen aber bis zum Rennstart (15:30 Uhr) reparieren. Das gelingt hoffentlich auch Lokalmatador Andreas Fiedler, der mit seinem Team versuchen wird, die Temperaturprobleme an seinem giftgrünen GP2-Wagen zu beheben.

Das erste von zwei Rennen an diesem Wochenende geht über eine Distanz von 20 Runden, die OPEN-Klasse wird aber bereits nach 15 Minuten abgewunken. Das Rennen ist heute Samstag ab 15:20 Uhr (CEST) genauso wie die anderen Rennen im Rahmen des Jim Clark Revivals am Hockenheimring auch im Livestream zu verfolgen: www.hockenheim-historic.de/live

Fotos: Angelo Poletto/BOSS GP

Vorschau: Hockenheim

Drei Jahre nach dem letzten Auftritt in Hockenheim ist die BOSS GP Racing Series kommendes Wochenende wieder am Start des Traditionsevents zu Ehren von Jim Clark. Wir haben alles Wichtige für euch zusammengefasst.

Zehntausende Fans kommen von 6. bis 8. Mai 2022 wieder ins Motodrom, um den weithin verehrten schottischen Rennfahrer Jim Clark, der 1968 tragischerweise bei einem Formel-2-Rennen in Hockenheim sein Leben verlor, zu ehren. Sie alle lassen die Vergangenheit an diesem Wochenende mittels geballter Rennaction wieder lebendig werden.

Die Organisatoren der Bosch Hockenheim Historic fürchten sich jedoch nicht vor einem Brückenschlag in die Moderne. Und so ist die BOSS GP Racing Series seit Jahren nicht nur fixer Bestandteil des Jim Clark Revivals, sondern auch ein wahrer Publikumsmagnet. Die Big Open Single Seater entstanden aus einer Grundsatzfrage: Was soll mit den zahlreichen ausrangierten Preziosen aus Klassen wie Formel 1, IndyCar, GP2, Auto GP, A1 GP, Superleague Formula oder auch der World Series geschehen? Ins Museum stellen? Oder doch wieder auf die Rennstrecke bringen? Die Antwort lag auf der Hand. Und so geht die BOSS GP 2022 am kommenden Wochenenden bereits in ihre 28. Saison. Hier sind die genannten Starter für das erste von sechs Saisonevents 2022:

NummerNameNationTeamKlasseMarkeBaujahrModell
1Ingo GerstlAUTTop SpeedOpenToro Rosso2006F1 – STR1
7Ulf EhningerDEUESBA RacingOpenBenetton1997F1 – B197
8Phil StratfordGBRPenn Elcom RacingOpenBenetton1997F1 – B197
10Harald SchlegelmilchLVAHS EngineeringFormulaDallara2012World Series V8 – T12
15Christian FerstlAUTTeam Top SpeedFormulaDallara2011GP2
22Michael AbererAUTAM MotorsportFormulaDallara2005GP2
27Marco GhiottoITAScuderia PalladioFormulaDallara2011GP2
28Bruno JarachITAEesti MotorsportFormulaDallara2008GP2
31Paul O’ConnellIREHS EngineeringFormulaDallara2012World Series V8 – T12
32Simone ColomboITAMM InternationalFormulaDallara2017GP2
37Luca MartucciITAMM InternationalFormulaDallara2011GP2
43Giancarlo PedettiITANannini RacingFormulaDallara2014GP2
44Thomas JakoubekAUTTeam Top SpeedFormulaDallara2008GP2
46Alexander SeiboldDEUSeibold Auto + SportFormulaDallara2005GP2
47Walter StedingDEUScuderia PalladioFormulaDallara2011GP2
51Zdenek Chovanec LopezCZEMM InternationalFormulaDallara2011GP2
66Andreas FiedlerDEUFiedler RacingFormulaDallara2008GP2
110Bianca SteinerAUTSteiner MotorsportFormulaDallara2005GP2
111Alexander GeierAUTGeier RacingSuper LightsTatuus2003World Series by Renault
115Andreas HaslerAUTHasler MotorsportSuper LightsDallara2009World Series by Nissan

Weitere Rennserien:

Neben der BOSS GP Racing Series stehen stehen bei der Bosch Hockenheim Historic fünf weitere Formelserien am Start: Die Formel 2, dazu repräsentieren die Boliden der Historic Race Car Association die legendären Nachwuchsformeln Ford, Vau, Super Vau und Formel 3. Der Raceclub Germany ist die Heimat verschiedener Einsitzer-Kategorien bis hin zur Formel 1. Die Lurani Trophy ist eine Reminiszenz an die legendäre Formel Junior, die für unzählige Top-Talente Sprungbrett für eine große Karriere bildete. Und bei der Historischen Formel Vau Europa geht es, wie der Name schon sagt, um eine der erfolgreichsten und langlebigsten Nachwuchsformeln der Geschichte. Sie alle eröffnen einen Blick in eine Vergangenheit, in der vielleicht nicht alles schöner war, in der aber Legenden geschrieben wurden und die nicht nur bei Racing-Fans älteren Semesters mit zahlreichen und vielfältigen Erinnerungen verbunden ist.

Ebenso kommen auch die Fans historischer Tourenwagen, GT und Prototypen bei der Bosch Hockenheim Historic voll auf ihre Kosten. Fünf weitere Rennserien widmen sich den automobilen Schätzen mit Dach, deren Geburtsjahr teilweise bis zurück in die 50er-Jahre reicht und die nicht nur in Gestalt der brachialen Renner der legendären Gruppe C absolute Highlights im bunten Programm der Traditionsveranstaltung bereithalten.

Zeitplan und Livestream:

Freitag, 6. Mai 2022
12:40–13:10     Freies Training 1
16:45–17:15     Freies Training 2

Samstag, 7. Mai 2022
09:40–10:10     Qualifying
15:30               Rennen 1 (20 Minuten) LIVESTREAM

Sonntag, 8. Mai 2022
11:05–11:15     Warm-up
15:55                Rennen 2 (25 Minuten) LIVESTREAM

Das Programm am Samstag und Sonntag, darunter die beiden Rennen der BOSS GP, ist im Livestream mit Kommentar auch von zuhause aus kostenlos zu verfolgen: www.hockenheim-historic.de/live

Rahmenprogramm vor Ort:

Eine Veranstaltung wie die Bosch Hockenheim Historic lebt vor allem vom Kontakt mit den Fans. Fahrerlager und Boxenanlage sind für jedermann offen und einsehbar. Die komplette Action auf der Rennstrecke wird am Samstag und Sonntag über eine große Videoleinwand in der Sachs-Kurve übertragen, sodass die Zuschauer auf der Innentribüne jederzeit bestens darüber informiert sind, was sich auf dem restlichen Teil des 4,5 Kilometer langen Grand-Prix-Kurses abspielt. Überdies werden über den Big Screen vielfältige Informationen eingeblendet. Und wer es vor, während oder nach dem Besuch von Fahrerlager und Tribünen etwas ruhiger möchte, der besucht einfach die Jim-Clark-Ausstellung im Kongress-Pavillon.

Tickets:

Die Ticketpreise tragen dem familiären Charakter des Events Rechnung. Schon ab 10 Euro für ein Freitags-Ticket geht’s los, Tageskarten für Samstag und Sonntag sind schon ab 30 Euro erhältlich, wer das gesamte Wochenende hautnah erleben möchte, ist ab 45 Euro dabei. Und für jene, die es etwas exklusiver mögen, gibt’s ab 200 Euro auch VIP-Pakete. Tickets gibt’s über den Online-Ticketshop oder unter der Hotline +49 6205 950-222.

Foto: Michael Kavena/BOSS GP

Neuer Serienkoordinator im Porträt

Der rennsportaffine Italiener Dario Pergolini ist neuer Serienkoordinator der BOSS GP Racing Series.

Seit Anfang dieses Jahres koordiniert Dario Pergolini die Geschicke in der Organisation von Europas schnellster Rennserie. Der gebürtige Italiener lebt in Liechtenstein und kann auf eine benzingetränkte Vita zurückblicken: Von 2019 bis 2021 betreute Pergolini den Formel-1-Benetton des Deutschen Ulf Ehninger und ist mit dem Team ESBA Racing auch Meister der OPEN-Klasse geworden.

In diesen Jahren hat Pergolini die BOSS GP-Serie und ihre Teilnehmer persönlich kennen und schätzen gelernt. „Ich war überrascht über die Anfrage des Boards der BOSS GP, diese herausfordernde Aufgabe übernehmen zu können. Nun freue ich mich, Teil eines so großartigen Teams zu sein. Der Erhalt und Ausbau dieser Rennserie wird in diesen schwierigen Zeiten nicht einfach und ist sicherlich eine anspruchsvolle Aufgabe“, so Pergolini.

Dario kennt den Sport auch als Lebensschule: „Motorsport ist in jeder seiner Facetten eine Herausforderung, die ich seit meiner Jugend gewohnt bin zu meistern – mit all ihren Widrigkeiten, aber ich kenne auch die Erfolge!“ Der Italiener war nicht nur einmal Meistermacher: In den frühen 2000er-Jahren ist er mit dem deutschen Tourenwagen-Topteam Engstler Motorsport dreimal hintereinander Meister im Alfa 147-Cup geworden. 2008 wurde er selbst als Fahrer auf einem Alfa Romeo Dritter in der STM sowie Dritter in der ADAC Procar-Meisterschaft. Mit seinem eigenen Team stellte er 2013 den Vizemeister im deutschen Porsche-Cup. Am Steuer damals: Ex-BOSS GP-Pilot Reinhard Kofler.

Dario am Volant in der Schweizer Tourenwagen-Meisterschaft

Als seine Highlights als aktiver Rennfahrer bezeichnet Pergolini „sicherlich den dritten Gesamtrang 2016 in einem Ligier-Prototyp bei den 24 Stunden von Zolder sowie meinen Start bei den Historic 24 Hours in Daytona auf einem Lola T70 Spyder“. Auch in der BOSS GP Racing Series drehte Pergolini selbst einige Runden in Spa und Mugello in einem Dallara-GP2 des Teams Top Speed. „Wir haben so viele großartige Teams und Fahrer aus ganz Kontinentaleuropa, Großbritannien und den USA, die unserer Rennserie treu sind. Jede Saison wollen wir ihnen aufs Neue als BOSS GP eine professionelle Plattform bieten, in der Formelfahrzeuge der höchsten Klasse artgerecht bewegt werden können – all das auf ausgewählten Rennstrecken mit den höchsten FIA Sicherheitsstandards.“

Pergolini arbeitete als Ingenieur für ESBA-Racing-Pilot Ulf Ehninger (Benetton B197)

Pergolini folgt in seiner Funktion als Serienkoordinator Malin Strandberg, die diese Funktion für viele Jahre mit Herzblut ausgeübt hat. Die Schwedin wird sich wieder vermehrt ihrer Aufgabe als Teammanagerin des Teams Top Speed widmen. Für Teams und Fahrer ist Pergolini der erste Ansprechpartner zwischen und an den Rennwochenenden der BOSS GP Racing Series.

Fotos: Geoffrey Reynard/DreamArtMedia, Archiv Dario Pergolini, Robert Lösch

Formel 1 „just for fun“

Ulf Ehninger aus Tübingen in Deutschland holte sich 2021 überraschend den Titel in der BOSS GP OPEN Class. Wir haben mit dem Titelverteidiger vor dem Saisonstart in Hockenheim (6.–8. Mai 2022) über die Besonderheit, einen Formel-1-Wagen einzusetzen, gesprochen.

Blicken wir zurück auf 2021: Was sind die stärksten Erinnerungen an dein Meisterstück?

ULF EHNINGER: „Wahrscheinlich, dass wir es überhaupt geschafft haben! Bis Monza war uns das gar nicht bewusst, erst als Thomas Hummer von Pirelli bei der Siegerehrung zu mir gesagt hat, dass wir eine Chance haben, haben wir darüber nachgedacht. Zuvor wollten wir das völlig entspannt angehen – just for fun. Ich habe gelernt, wenn ich Druck rausnehme, klappt es besser. Ingo Gerstl hat mir geholfen, das Setup des Autos zu verstehen. Ich habe mich im Auto lange nicht wohlgefühlt, jetzt spüre ich das Auto und dessen Grenzbereich wesentlich besser.“

Was verbindet dich mit dem Benetton B197?

EHNINGER: „Das Auto ist toll, ich stehe oft schmachtend davor. Eigentlich ist der Wagen viel zu schade zum Fahren. Es ist wahrscheinlich auch das Formel-1-Auto mit den meisten Kilometern weltweit!“

Was muss man können, um so ein Auto zu bewegen?

EHNINGER: „James Hunt sagte einmal, ‚big balls‘. Bevor ich in so ein Auto einsteige, habe ich ganz schön Kopfkino. Wenn man drinsitzt, ist es allerdings weg. Aber es bleibt eine Riesen-Herausforderung, damit zu fahren. Nach dem ersten Freien Training bin ich komplett durch den Wind – und mit vielen Eindrücken konfrontiert – das kostet brutal viel Überwindung. Gerstl drückt ab, ich muss mich herantasten. Dabei hat mir auch Ingenieur Dario Pergolini mit seinen Analysetools viel geholfen. Ich kann das Gefühl, einen solchen Rennwagen zu fahren, gar nicht beschreiben. An die Beschleunigung gewöhnt man sich am schnellsten, an die Kurvengeschwindigkeiten werde ich mich aber nie gewöhnen können.“

Wie kam es überhaupt dazu? Ein Formel-1-Auto kauft man ja nicht im Supermarkt …

„Ich bin längere Zeit Langstreckenrennen gefahren. Der Traum war aber immer, einen Formel-1-Rennwagen zu fahren, was ich mir zu meinem 50. Geburtstag erfüllen wollte. Dass ich heute selber eines besitze und einsetze und schon fast 3.000 Kilometer damit gefahren bin – damit geht ein Traum in Erfüllung. Im Rahmen des Jim Clark Revivals am Hockenheimring 2018 habe ich einen Sportwagen eingesetzt. Uns ist die Antriebswelle gebrochen. Nach der Reparatur liefen wir spät abends durchs Fahrerlager. Als wir an der Box von Phil Stratford vorbeikamen, stand auf einem Aufkleber ‚Sale‘ drauf. Eher spaßeshalber haben wir dann die Nummer angerufen und landeten bei Kevin Mansell und Phil Stratford, die uns schon am nächsten Tag über das Auto informiert haben. Es ist dann noch einige Zeit vergangen, da das Auto in den USA stand, bis wir loslegen konnten. Unser Ziel ist aber immer gewesen, das Auto selber einzusetzen und nicht von einem anderen Team betreuen zu lassen.“

Das klingt gut, aber nicht einfach.

EHNINGER: „Ich schraube viel selbst und fahre auch selber mit dem Lkw. Sehr ermüdend kann die Suche nach Teilen sein, da kann es schon einmal drei Monate dauern, bis man etwas findet. Im Winter wird alles geprüft – jeder Dichtring, das komplette Chassis auf mögliche Risse usw., die Ersatzteile muss man nachbauen lassen. Gerade arbeiten wir an einer Lösung, die kurzen Laufzeiten des Getriebes zu erhöhen. Nach dem Rennen am Red Bull Ring (3.–5. Juni 2022, Anm.) kommt der Motor dann zur Revision.“

Warum kannst du trotzdem nicht genug davon bekommen?

EHNINGER: „Ich finde es schön, ein Rennwochenende gemeinsam mit anderen zu verbringen. Ich bin supergut in die BOSS GP aufgenommen worden. Es hieß immer, da fahren nur die reichen ‚Schnösel‘ – aber so war es nicht. Wir genießen es also, so ein Wochenende als Gemeinschaft zu verbringen anstatt irgendwo anonym an Track Days teilzunehmen. Letztes Jahr haben uns die Italiener zum Essen eingeladen, und obwohl wir kein Italienisch konnten und sie kein Deutsch, haben wir uns köstlich einen Abend lang unterhalten.“

Dein Team ESBA Racing kommt ja ursprünglich vom Langstrecken-Rennsport, wie seid ihr aufgestellt?

EHNINGER: „ESBA gab’s wie du richtig sagst schon vor dem Benetton, ungefähr seit 2016. Dafür hatten wir uns auch schon einen Lkw zugelegt, in dem wir auch heute noch an den Rennstrecken übernachten. Seit Anfang an mit dabei ist Jochen, mit dem ich schon über 30 Jahre befreundet bin. Wenn ich fahre, ist er mit. Wenn er fährt, bin ich dabei. Jens habe ich über einen Freund kennengelernt. Der hat sich bei uns zu einem wertvollen Teammitglied entwickelt und ist jetzt auch bei Glickenhaus engagiert. Seine ganze Leidenschaft gilt dem Benetton, ohne ihn, würde das gar nicht laufen. Dazu kommt Dario, der die Professionalität ins Team gebracht hat.“

Kannst du uns deine bisherige Rennkarriere kurz zusammenfassen?

EHNINGER: „Karriere ist vielleicht ein wenig übertrieben (lacht). Vor mittlerweile über 20 Jahren wollte ich unbedingt auf der Nordschleife fahren. Zusammen mit Freunden haben wir einen BMW E36 M3 aufgebaut – ohne viel Zeit und Geld. Später bin ich dann auch mit einem Audi und einem Porsche gefahren – sogar zweimal die 24 Stunden am Nürburgring. Die Nordschleife ist als Strecke sicherlich das Größte, was es gibt.

An der BOSS GP Racing Series gefällt mir , wie die Leute ticken, dass man zusammen Spaß haben kann und die Politik im Hintergrund steht. Mit Pirelli hat man einen starken Partner und ist sicherlich auf einem guten Weg. Ich würde mir wünschen, dass für den Nachwuchs noch mehr getan wird.“

Was sind die Pläne für die neue Saison?

EHNINGER: „Neben einigen Rennen in der BOSS GP werde ich auch versuchen, ein anderes historisches Rennauto einige Male einsetzen zu können, nämlich einen V8-Star-Boliden (deutsche Silhouetten-Formel aus den frühen 2000er-Jahren, Anm.) – das Orginial-Hasseröder-Auto von Harald Grohs.“

Fotos: Angelo Poletto/BOSS GP

Jetzt oder nie!

Nur noch bis Freitag (18. Februar 2022) können sich Teams und Fahrer zum Vorteilspreis für diese Saison einschreiben.

Das Nennformular (als PDF und als Word-Dokument abrufbar) finden Interessierte unter diesem Link. Im Vergleich zu Einzelnennungen ist die Einschreibung für die ganze Saison günstiger und die Planung für die Organisation deutlich einfacher.

Die BOSS GP Racing Series bietet Teilnehmern und Fans auch 2022 ein Spektakel für alle Sinne. Sieben Rennevents auf den besten und sichersten Rennstrecken Europas sind für die Big Open Single Seater geplant. Die schnellsten Monopostos der vergangenen 25 Jahre werden in dieser Serie zum Leben erweckt und zweckmäßig bewegt. Darunter Formel-1-Autos, IndyCars, Formel-2- bzw. GP2-Rennwagen und Autos der World Series by Renault. Zugelassen sind aber auch Monopostos wie der Rodin FZED oder Lotus T125, die speziell für den Einsatz bei Track Days und für Gentleman-Fahrer ausgelegt sind. Mit der noch jungen Klasse der SUPER LIGHTS bekommen auch Formel-3000-Wagen und Autos der World Series by Nissan mit den Sechszylinder-Motoren eine neue Heimat.

Nähere Informationen zur Registrierung und zum Reglement können bei BOSS GP General Manager Dario Pergolini angefordert werden: office@bossgp.com oder +41 78 670 15 00

BOSS GP Racing Series Termine 2022:

  • 6.–8. Mai | Jim Clark Revival Hockenheim (Deutschland)
  • 3.–5. Juni | Red Bull Ring Spielberg (Österreich)
  • 17.–19. Juni | French Historic Grand Prix Le Castellet (Frankreich)
  • TBA | Rennen wird noch bekanntgegeben
  • 9.–11. September | Masaryk Racing Days Brünn (Tschechien)
  • 14.–16. Oktober | Forza Fanatec Mugello (Italien)
  • 4.–6. November | Pirelli Grande Finale Misano (Italien)

Foto: Angelo Poletto

Jetzt für 2022 einschreiben!

Ab sofort können sich Teams und Fahrer für die BOSS GP Racing Series 2022 anmelden.

Die Einschreibung für die Saison 2022 ist ab sofort möglich und läuft noch bis zum 18. Februar 2022. Im Vergleich zu Einzelnennungen ist die Registrierung günstiger. Das Anmeldeformular (als PDF und als Word-Dokument abrufbar) finden Interessierte unter diesem Link.

Die BOSS GP Racing Series bietet Teilnehmern und Fans auch 2022 ein Spektakel für alle Sinne. Sieben Rennevents auf den besten und sichersten Rennstrecken Europas sind für die Big Open Single Seater geplant. Die schnellsten Monopostos der vergangenen 25 Jahre werden in dieser Serie zum Leben erweckt und zweckmäßig bewegt.

Nähere Informationen zur Registrierung und zum Reglement können bei BOSS GP General Manager Dario Pergolini angefordert werden: office@bossgp.com oder +41 78 670 15 00

BOSS GP Racing Series Termine 2022:

  • 6.–8. Mai | Jim Clark Revival Hockenheim (Deutschland)
  • 3.–5. Juni | Red Bull Ring Spielberg (Österreich)
  • 17.–19. Juni | French Historic Grand Prix Le Castellet (Frankreich)
  • TBA | Rennen wird noch bekanntgegeben
  • 9.–11. September | Masaryk Racing Days Brünn (Tschechien)
  • 14.–16. Oktober | Forza Fanatec Mugello (Italien)
  • 4.–6. November | Pirelli Grande Finale Misano (Italien)

Foto: Robert Lösch

Eine Klasse für sich: SUPER LIGHTS

Große Nachfrage: Formel 3000 und V6 World Series by Renault/Nissan bekommen auch 2022 eine eigene Wertung innerhalb der BOSS GP Racing Series.

Europas schnellste Rennserie erweitert ihr Angebot für Fahrer und Teams: Neben der OPEN- und FORMULA-Wertung bekommen Formel 3000 ab dem Baujahr 2002 und Fahrzeuge der World Series by Renault bzw. Nissan mit dem Sechszylinder-Motor eine Aufwertung in Form einer eigenen Klasse.

Wie in den beiden anderen Klassen OPEN und FORMULA wird es auch für die SUPER LIGHTS eine eigene Siegerehrung mit Pokalen nach jedem Rennen geben und am Ende des Jahres einen offiziellen BOSS GP-Meister. 2021 debütierten die SUPER LIGHTS bereits bei einigen BOSS GP-Rennen. Klassensiege feierten dabei die beiden Italiener Maurizio Copetti und Walter Colacino.

Für Fans ist die neue Klasse auch an den Startnummern zwischen 100 und 999 erkennbar.

Die Saisoneinschreibung (bis 18. Februar 2022) für die SUPER LIGHTS-Klasse kostet 1.450 Euro netto. Die Teilnahmegebühren pro Event werden ebenfalls zum Vorteilspreis von 1.500 Euro netto angeboten. Näheres dazu finden Teams unter diesem Link.

Interessierte Teams und Piloten können sich bei Fragen an BOSS GP General Manager Dario Pergolini wenden: office@bossgp.com oder +41 78 670 15 00

Fotos: Angelo Poletto/BOSS GP

Erster Blick auf 2022

Sieben Rennveranstaltungen für die BOSS GP Racing Series im Jahr 2022 geplant. Darunter die Rückkehr nach Frankreich.

Die 28. Saison der einzig wahren Big Open Single Seater-Serie startet Anfang Mai und endet erst im November 2022. Damit sollte eine weitgehend problemlose Saison auch unter den Umständen der COVID-Pandemie gewährleistet sein. Der vorläufige Rennkalender beinhaltet ausschließlich Rennstrecken auf Formel-1- und MotoGP-Niveau. Das garantiert den Teams eine moderne Infrastruktur am Rennplatz und den Fahrern hohe Sicherheitsstandards.

Die ersten zwei von 14 Rennen 2022 finden beim Jim Clark Revival am Hockenheimring (6. bis 8. Mai) statt. Es folgt am 4. und 5. Juni das Heimevent der in Österreich gemeldeten Rennserie am Red Bull Ring. Eines der Saisonhighlights ist die Rückkehr nach „Paul Ricard“ zum French Historic Grand Prix (17.–19. Juni) zwei Wochen später.

Start of race 2 at Paul Ricard 2017.
Rückblick: BOSS GP 2017 in Le Castellet

Ein weiteres Rennen ist für Juli eingetragen, eine Bestätigung steht aber noch aus. Dieses Rennen ist als Ersatz für das 2021 gestrichene Event am Nürburgring (aufgrund der Flutkatastrophe im nahegelegenen Ahrtal) vorgesehen.

Von 9. bis 11. September fährt die BOSS GP Racing Series erneut als Hauptact bei den Masaryk Racing Days in Brünn. Die Saison endet mit einem Italien-Doppel: zunächst wird am 14., 15. und 16. Oktober bei „Forza Fanatec“ in Mugello um die Wette gefahren, beim „Pirelli Grande Finale“ in Misano (4.–6. November) fällt dann die Entscheidung, wer die Meistertitel 2022 gewinnt.

Mehr Neuigkeiten zur Saison 2022 demnächst auf www.bossgp.com und auf unseren Social-Media-Kanälen Facebook und Instagram.

Fotos: Michael Jurtin/BOSS GP, Michael Kavena/BOSS GP