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Report Rennen 2

Heimvorteil genützt: Mit Ghiotto, Colombo und Martucci erneut drei Italiener am Podium.

Bei noch heißeren Temperaturen als gestern waren die BOSS GP-Piloten im 25-minütigen Hauptrennen am Misano World Circuit erneut enorm gefordert. Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio), Sieger am Samstag, behielt von Anfang an kühlen Kopf und war zu keiner Zeit des Rennens gefährdet, seinen Spitzenrang abgeben zu müssen. Der Meisterschaftsführende in der FORMULA-Klasse siegte im sechsten Saisonrennen zum bereits fünften Mal. Damit liegt Ghiotto voll auf Kurs in Richtung Titel Nummer 3.

Am längsten am Heck des Dallara-Formel-2 von Ghiotto klebte Landsmann Simone Colombo (MM International), der sich die schnellste Runde des Rennens mit Ghiotto teilte und wie schon gestern Rang 2 nach Hause fuhr – wirklich in Bedrängnis konnte aber auch er Ghiotto nicht bringen. Dennoch nimmt Colombo nach diesem für ihn sehr erfolgreichen Wochenende auch die erste Verfolgerrolle in der Gesamtwertung ein.

Marco Ghiotto war in Misano nicht einzuholen

Hinter dem BOSS GP-Rookie klassierte sich MM-International-Teamkollege Luca Martucci (ITA), der vor allem zu Beginn des Rennens ungewohnte Zurückhaltung zeigte. In der Anfangsphase war Martucci hinter Andreas Fiedler (GER, Fiedler Racing) zurückgefallen und auch im Windschatten dauerte es lange, bis er zu einem Überholmanöver ansetzen konnte.

Fiedler feiert heute seinen Geburtstag, längere Zeit sah es sogar danach aus, als könnte er diesen mit einem Top-3-Platz beschließen. Im ersten Rennen wurde Fiedler von einer verbogenen Spurstange gebremst, und auch heute musste er mit abbauenden Reifen im Verlauf des Rennens sowohl Martucci als auch Neuling Paul O’Connell (IRE, HS Engineering) ziehen lassen. Letzterer beeindruckte erneut mit zahlreichen Überholmanövern im Rennen.

Thomas Jackermeier (GER, Top Speed) zeigte nach der unglücklichen Startkollision gestern heute eine fehlerfreie Leistung und sicherte sich verdient Rang 6. Sohn Simon (GER, Top Speed), das zweite Mal in einem BOSS GP-Rennen am Start (!), ging es zunächst behutsam an, steigerte sich dann aber enorm und überholte mit ähnlichen schnellen Rundenzeiten wie der Papa noch Maurizio Copetti (ITA, Scuderia Palladio) und Christian Ferstl (AUT, Top Speed) für Rang 8 hinter Walter Steding (GER, Scuderia Palladio).

Maurizio Copetti (v.) gewinnt in der SUPER LIGHTS-Kategorie

Copetti gewann im V6-WSbN-Monoposto die Wertung der SUPER LIGHTS. Er war in der Anfangsphase weiter vorne im Pulk zu finden, doch ein Ausrutscher ausgangs der letzten Kurve beendete fast sein Rennen. Nur mit den richtigen Bewegungen am Volant und etwas Glück konnte er einen Abflug vermeiden. Was passieren kann, wenn man es übertreibt, musste schon früh Gianluca De Lorenzi (RSM, GDL Racing) erfahren. Auf Rang 2 liegend trieb es auch ihn im WSbR-Dallara ausgangs der letzten Kurve zu weit nach außen auf die Kurbs, das Auto verlor dabei Bodenkontakt, wurde in die Wiese geschleudert und anschließend vom Reifenstapel gebremst. Zwar musste der Vierte aus Rennen 1 den zweiten Lauf schon in Runde 1 beenden, doch immerhin ohne größeren Schaden an Mensch und Maschine.

Nach der Sommerpause steigt für die BOSS GP Racing Series mit dem Auftritt beim AvD Oldtimer-Grand-Prix am Nürburgring (13. bis 15. August 2021) ein Saisonhighlight. Allen Anschein nach endlich wieder mit Fans und im wunderschönen und ehrwürdigen Rahmen einer der größten Motorsportveranstaltungen des Kontinents.

Fotos: Angelo Poletto/BOSS GP

Report Rennen 1 Spielberg

Abtrocknende Strecke stellte Teams und Fahrer beim ersten Rennen des Wochenendes vor schwierige Entscheidungen: Gerstl erkämpft sich Sieg, Ghiotto triumphiert in der FORMULA-Klasse.

Der Wettergott hatte ein einsehen, es regnete vor Beginn des Rennens nicht mehr. Die Strecke trocknete so immer mehr ab. Die Teams stellte dies jedoch vor schwierige Aufgaben. Viele Stellen auf der Strecke waren bereits trocken, wenige noch nass. Das Feld war in der Reifenwahl zwischen Pirelli P-Zero (Slick) und Cinturato (Regen) gespalten. Gerstl (AUT, Top Speed) zog, wie viele seiner Konkurrenten im Vorderfeld, die Slicks auf. Eine Entscheidung, die sich als Goldrichtig herausstellen sollte. Da kein weiterer Regen mehr einsetzte, waren Piloten mit Regenreifen auf verlorenem Posten.

An der Spitze konnte sich Gerstl nicht absetzen, Stratford (USA, Penn Elcom Racing) und Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) verfolgten den Führenden wie einen Schatten. Eine wirkliche Überholmöglichkeit ergab sich im Laufe des Rennens jedoch nicht. Der Sensationsmann aus dem Qualifying, Harald Schlegelmilch (LVA, HS Engineering), konnte das Anfangstempo nicht mitgehen und fiel auf Gesamtplatz 4 zurück.

Riccardo Ponzio (ITA, Adriatica Competition) im Jaguar R3 konnte sich nach seinem Dreher in der Qualifikation rehabilitierten. Er fuhr teilweise die schnellsten Runden auf der Strecke und beendete das Rennen auf Platz 6 gesamt und Rang 3 in der OPEN. Ganz vorne sicherte sich Gerstl mit sechs Zehntel Vorsprung den Sieg vor Rückkehrer Stratford, der nach einem Jahr Zwangspause wieder aufs Treppechen steigen durfte. Ghiotto komplettierte das Podium und war zudem der klare Sieger in der FORMULA-Klasse. Schlegelmilch und Luca Martucci (ITA, MM International) komplettierten das Treppchen.

Gesamtsiegerehrung 2020: v.l. Ehninger, Martucci, die Meister Ghiotto und Gerstl, Steding sowie Ponzio

Für die Piloten gab es nach dem Rennen noch eine Überraschung: Es wurde die Gesamt-Siegerehrung der Meisterschaft aus dem Jahr 2020 vollführt. Für alle Piloten heißt es nun noch einmal fokussieren, um 15:55 Uhr Ortszeit startet das zweite Rennen des Wochenendes.

Fotos: Angelo Poletto/BOSS GP

Saisonrückblick 2020

Die Corona-Pandemie und all ihre Auswirkungen machten das Jahr 2020 zu einem außergewöhnlichen.

Dass trotz aller Einschränkungen Motorsport möglich war, ist dem Engagement vieler Enthusiasten zuzuschreiben. Hygienekonzepte der Veranstalter gewährleisteten die sichere Ausübung unseres Lieblingssports. Rennserien wie die BOSS GP Racing Series gingen ein finanzielles Risiko ein, um eine Meisterschaft durchführen zu können. Denn nicht immer war klar, ob die Rennen stattfinden können und ob auch alle Teams und Fahrer anreisen konnten.

Roberto Vanni im Formel 3000 beim BOSS GP-Comebackrennen in Imola
Foto: SMW Media

Letztlich gelang es der BOSS GP Racing Series trotz aller Widrigkeiten auch in ihrem 26. Jahr seit Bestehen eine Meisterschaft durchzuführen. Das BOSS GP-Rennen in Imola am 11. Juli 2020 war eines der ersten größeren Sportereignisse überhaupt in Italien nach dem Frühjahrs-Lockdown. Vier Rennwochenenden und ein Testtag auf fünf europäischen Top-Rennstrecken wurden den Fahrern und ihren Einsatzteams in diesem Jahr geboten. Diese dankten es mit einem Lächeln hinter der Maske und Spitzenleistungen auf der Rennstrecke.

Die Vielfalt der Fahrzeuge war auch in diesem Jahr beeindruckend. Neben den Formel-1-Wagen von Ingo Gerstl (Toro Rosso STR1), Ulf Ehninger (Benetton B197) und dem Debüt von Riccardo Ponzio (ITA, Adriatica Competition) in einem Jaguar R3 waren Formelfahrzeuge diverser Einheitsserien zu bewundern: GP2-Autos unterschiedlicher Generationen, AutoGP-Lola, World Series by Renault 3,5 und Formel-3000-Boliden. 23 Piloten nahmen zumindest an einem Freien Training in dieser Saison teil.

Ingo Gerstl is chasing Riccardo Ponzio for the lead
Riccardo Ponzio im F1-Jaguar ist auf der Überholspur, hier in Spa 2020 vor Ingo Gerstl
Foto: Michael Kavena

Routinier Gerstl (AUT, Top Speed) war mit seinem 2006er-Wagen in der OPEN-Klasse zum fünften Mal in Folge nicht zu schlagen. Mit Ponzio könnte er aber schon bald einen neuen Konkurrenten bekommen. Am zweitmeisten Punkte in diesem Jahr holte sich aber Ulf Ehninger (DEU, ESBA Racing), der in diesem Jahr bewiesen hat, dass er seinen Benetton auch bei schwierigen Bedingungen gut beherrscht.

Ulf Ehninger glänzte auch bei gemischten Straßenverhältnissen wie hier in Mugello
Foto: Roberto Piccinini/Actualfoto

Sportlich abwechslungsreich war wie die vergangenen Jahre schon die FORMULA-Kategorie: Vier verschiedene Sieger gab es in dieser Saison: Chris Höher (AUT, Top Speed) siegte zweimal beim Saisonauftakt in Imola. Mit sieben Podestplätzen, davon fünf Siegen verteidigte allerdings Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) seinen Titel aus dem Vorjahr souverän. In acht Rennen viermal aufs Podium steigen durfte Luca Martucci (ITA, MM International), der beim Heimrennen in Mugello auch seinen ersten BOSS GP-Sieg einfuhr. Fünf Jahre nach Klassenrang 3 wurde Walter Steding (DEU, Scuderia Palladio) wieder Dritter in der Meisterschaft. Gemeinsam mit Teamkollege Ghiotto bildete er das stärkste Duo 2020. Bester Nicht-GP2-Pilot wurde auf Gesamtrang 4 Salvatore de Plano (ITA), der einen AutoGP von Coloni zweimal in die Top-3 steuerte.

GP2-Rookie Roman Hoffmann (AUT, Hoffmann Racing) konnte Rang 5 in der Meisterschaft einfahren, obwohl er beim letzten Rennwochenende in Mugello fehlte. Den letzten Rennsieg des Jahres holte sich dort Andreas Fiedler (DEU, Fiedler Racing), der in der Saison 2020 viel Zeit in die Entwicklung seines Rennautos investierte – 2021 sollte für ihn mehr als Gesamtrang 6 möglich sein. Mit Marc Faggionato und Nicolas Matile (beide MCO) standen auch die beiden Zig-Zag-Piloten insgesamt dreimal am Podest.

Volles Starterfeld beim Rennen im Automotodrom Brünn
Foto: Dirk Hartung

Die Organisatoren bedanken sich bei allen Teilnehmern, Teams, Helfern, Organisatoren, Marshals für ihr Engagement in diesem schwierigen Jahr.

Alle weiteren Ergebnisse und Gesamtwertungen sind auf www.bossgp.com/standings nachzulesen.

Der Rennkalender für die Saison 2021 wird in Kürze präsentiert, natürlich auf www.bossgp.com und auf unseren Social-Media-Kanälen.

Report Rennen 2 Mugello

Fiedler gewinnt Regenrennen vor Matile.

Regen, Blitz und Donner hatten die Region Mugello am Rennsonntag fest im Griff. So war es kein Wunder, dass einige Piloten in ihren über 600-PS-starken Autos auf einen Start im zweiten Rennen verzichteten und kein Risiko eingingen. Umso bewundernswerter sind jene Fahrer, die sich auf die nasse Strecke mit teils stehendem Wasser wagten.

Aus der ersten Reihe nahmen der Rennsieger von gestern, Luca Martucci (ITA, MM International), und Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) das Rennen in Angriff. Just beim Umschalten der Ampel auf Grün verlor Martucci die Kontrolle über seinen Wagen und hatte in Folge Glück, nicht die Boxenmauer zu treffen. Nach dieser Schrecksekunde konnte er das Rennen sogar fortsetzen. Noch in Runde 1 erwischte es dann in Führung liegend auch Ghiotto, der sich ausgangs von „Arrabbiata 1“ wegdrehte. Weil das Fahrzeug aus der Wiese geborgen werden musste, neutralisierte das Fanatec Safety-Car das Rennen.

In Führung lag nun Andreas Fiedler (DEU, Fiedler Racing) im Dallara-GP2, der sich im Schlussspurt mit Nicolas Matile (MCO, Zig-Zag) in einem Auto-GP-Lola ein aufregendes Duell in der Gischt lieferte. Den Sieg vor Augen gaben beide Piloten alles und waren teilweise nur Zentimeter voneinander entfernt im Drift unterwegs. Schließlich wehrte Fiedler alle Angriff Matiles ab und holte sich seinen ersten BOSS GP-Gesamtsieg. Doch auch Nicolas war glücklich über Rang 2 und sein bislang bestes BOSS GP-Resultat. Zum zweiten Mal in diesem Jahr aufs Podium fuhr Salvatore de Plano (ITA, Coloni) im Auto GP, dessen Regenerfahrung sich diesmal bezahlt machte.

Ebenfalls sein bestes BOSS GP-Ergebnis erreichte Bruno Jarach (EST, Eesti Motorsport) mit dem vierten Rang. Als Fünfter klassierte sich der unglückliche Luca Martucci, der sich zumindest noch die schnellste Runde sicherte.

Nach den zwei Rennen in Mugello sind auch die Entscheidungen in der Meisterschaft gefallen: Ingo Gerstl (OPEN) und Marco Ghiotto (FORMULA) verteidigen ihren Titel aus dem Vorjahr. Die Top-3 in der großen Klasse beschließen Benetton-Fahrer Ulf Ehninger (DEU, ESBA Racing) und Jaguar-Pilot Riccardo Ponzio (ITA, Adriatica Competition). Gesamtrang 2 in der FORMULA-Klasse geht an Luca Martucci. Sensationell Dritter wird Ghiottos Teamkollege Walter Steding (DEU, Scuderia Palladio).

Das Saisonfinale in Imola musste abgesagt werden. Grund hierfür ist der beginnende Aufbau für den am 1. November stattfindenden Formel-1-Grand-Prix der Emilia Romagna. Als Alternative plant die BOSS GP Racing Series ein Abschlussevent am Adria Raceway (ITA). Details dazu folgen in Kürze.

Foto: Roberto Piccinini/Actualfoto

Report: Rennen 1 Imola

Toller Saisonauftakt der BOSS GP am Autodromo Enzo e Dino Ferrari.

Chris Höher (AUT, Top Speed) gewinnt das Rennen in der FORMULA-Klasse. Im Qualifying noch von Luca Martucci (ITA, MM International) geschlagen, war im Rennen gegen das ehemalige GT3-Ass keiner der Rennfahrerkollegen in der Lage, das Tempo mitzugehen. Fehlerfrei sicherte sich der 23-Jährige seinen fünften BOSS GP-Rennsieg.

Dahinter gab’s zwei Duelle, die fast das ganze Rennen lang über begeisterten. Zum einen um Rang 2 in der FORMULA-Klasse zwischen Martucci und Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio). Zum anderen um Rang 4 zwischen Marc Faggionato (MCO, Zig-Zag) und Salvatore de Plano (ITA, Coloni). Während Martucci sich bis zuletzt gegenüber Ghiotto verteidigen musste und hart, aber fair Rang 2 holte, gab um Rang 4 ein Defekt an Faggionatos Auto den Ausschlag zugunsten von de Plano im A1GP-Auto. Walter Steding beendete das Rennen auf Platz 5. Hinter Nicolas Matile kam Christian Ferstl (AUT Top Speed) als Siebenter und damit bester der sechs Rookies ins Ziel.

In der OPEN-Klasse der Formel-1-Autos gab sich der fünffache BOSS GP-Gesamtsieger Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) keine Blöße. In der OPEN fuhr er mit seinem Toro Rosso STR1 ungefährdet zum Gesamtsieg. Zweiter wurde Ulf Ehninger, der damit sein bislang bestes Ergebnis einfuhr. Nicht starten konnte Riccardo Ponzio (ITA, Adriatico Competition) mit seinem Jaguar R3, der hofft, im zweiten Rennen dabei sein zu können. Start ist um 16:15 Uhr.