Schlagwort: Gerstl

Report Rennen 2 Mugello

Fiedler gewinnt Regenrennen vor Matile.

Regen, Blitz und Donner hatten die Region Mugello am Rennsonntag fest im Griff. So war es kein Wunder, dass einige Piloten in ihren über 600-PS-starken Autos auf einen Start im zweiten Rennen verzichteten und kein Risiko eingingen. Umso bewundernswerter sind jene Fahrer, die sich auf die nasse Strecke mit teils stehendem Wasser wagten.

Aus der ersten Reihe nahmen der Rennsieger von gestern, Luca Martucci (ITA, MM International), und Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) das Rennen in Angriff. Just beim Umschalten der Ampel auf Grün verlor Martucci die Kontrolle über seinen Wagen und hatte in Folge Glück, nicht die Boxenmauer zu treffen. Nach dieser Schrecksekunde konnte er das Rennen sogar fortsetzen. Noch in Runde 1 erwischte es dann in Führung liegend auch Ghiotto, der sich ausgangs von „Arrabbiata 1“ wegdrehte. Weil das Fahrzeug aus der Wiese geborgen werden musste, neutralisierte das Fanatec Safety-Car das Rennen.

In Führung lag nun Andreas Fiedler (DEU, Fiedler Racing) im Dallara-GP2, der sich im Schlussspurt mit Nicolas Matile (MCO, Zig-Zag) in einem Auto-GP-Lola ein aufregendes Duell in der Gischt lieferte. Den Sieg vor Augen gaben beide Piloten alles und waren teilweise nur Zentimeter voneinander entfernt im Drift unterwegs. Schließlich wehrte Fiedler alle Angriff Matiles ab und holte sich seinen ersten BOSS GP-Gesamtsieg. Doch auch Nicolas war glücklich über Rang 2 und sein bislang bestes BOSS GP-Resultat. Zum zweiten Mal in diesem Jahr aufs Podium fuhr Salvatore de Plano (ITA, Coloni) im Auto GP, dessen Regenerfahrung sich diesmal bezahlt machte.

Ebenfalls sein bestes BOSS GP-Ergebnis erreichte Bruno Jarach (EST, Eesti Motorsport) mit dem vierten Rang. Als Fünfter klassierte sich der unglückliche Luca Martucci, der sich zumindest noch die schnellste Runde sicherte.

Nach den zwei Rennen in Mugello sind auch die Entscheidungen in der Meisterschaft gefallen: Ingo Gerstl (OPEN) und Marco Ghiotto (FORMULA) verteidigen ihren Titel aus dem Vorjahr. Die Top-3 in der großen Klasse beschließen Benetton-Fahrer Ulf Ehninger (DEU, ESBA Racing) und Jaguar-Pilot Riccardo Ponzio (ITA, Adriatica Competition). Gesamtrang 2 in der FORMULA-Klasse geht an Luca Martucci. Sensationell Dritter wird Ghiottos Teamkollege Walter Steding (DEU, Scuderia Palladio).

Das Saisonfinale in Imola musste abgesagt werden. Grund hierfür ist der beginnende Aufbau für den am 1. November stattfindenden Formel-1-Grand-Prix der Emilia Romagna. Als Alternative plant die BOSS GP Racing Series ein Abschlussevent am Adria Raceway (ITA). Details dazu folgen in Kürze.

Foto: Roberto Piccinini/Actualfoto

Report Rennen 1 Mugello

FORMULA: Martucci besiegt Ghiotto, Gerstl vor Ehninger in der OPEN-Klasse

Jede Menge haben die BOSS GP-Piloten nach diesem Rennen zu erzählen. Ausgerechnet beim Start in die Aufwärmrunde auf den 5,4 Kilometer langen Mugello Circuit begann es zu regnen. Um einen sicheren Rennstart zu gewährleisten und den Teams Zeit zu geben, auf Regenreifen umzustecken, wurde das Rennen noch einmal gestoppt und ein paar Minuten später hinter dem Fanatec Safety-Car gestartet. Doch nicht alle wechselten in der Pause von den Slicks auf die Pirelli-Cinturato-Regenreifen. Nicolas Matile (MCO, Zig-Zag), Salvatore de Plano (ITA, Coloni) und Bruno Jarach (EST, Eesti Motorsport) riskierten, doch schon nach Freigabe des Rennens stellte sich ihre Reifenwahl als Fehler heraus. An verschiedenen Stellen der Strecke begann es erneut stärker zu regnen. Die wechselnden Bedingungen machten es den Fahrern in der Folge unglaublich schwer, das richtige Tempo zu finden. Doch die BOSS GP-Piloten machten einen herausragenden Job, und schafften es, ihre PS-starken Formel 1-, Formel 2- und Auto-GP-Wagen auf der Piste zu halten.

Hinter dem Österreicher Ingo Gerstl (Sieger OPEN-Wertung) im Toro Rosso F1 lieferten sich Luca Martucci (ITA, MM International) und Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) ein episches Duell um den Sieg in der FORMULA. In Runde 1 ging Ghiotto zunächst an Martucci vorbei. Zu Rennmitte spitzte sich das Geschehen zu: Nach einigen zaghaften Versuchen gelang Martucci das entscheidende Manöver bei über 300 km/h auf Start-Ziel. Beinahe kam es dabei zu einer Berührung. Doch das Duell war noch nicht zu Ende, denn jetzt musste Luca die Linie vorgeben. Marco folgte fortan nur wenige Meter dahinter und probierte es noch einmal, an Martucci vorbeizugehen. Um zu verdeutlichen, wie eng es zwischen Martucci und Ghiotto zuging: Die beste Rundenzeit der beiden lag nur 0,003 Sekunden (zugunsten Ghiottos) auseinander. Doch es reichte nicht mehr für den Tabellenführer, stattdessen hatte Martuccis Mannschaft diesmal Grund zu jubeln. Es war der erste Sieg überhaupt für den großgewachsenen Italiener in der BOSS GP Racing Series, und was für einer!

Lange konnte auch Marc Faggionato (MCO, Zig-Zag) den beiden Italienern bei ihrem Heimspiel folgen. Für ihn wurde es ein starker dritter Platz. Ein für ihn selbst überraschend gutes Rennen lieferte auch Andreas Fiedler (DEU, Fiedler Racing). Der Meisterschafts-Dritte von 2019 hat sich einen neuen Dallara-GP2 gekauft und nützt die Rennen in dieser Saison als Test. Weil sein Team keine Regenreifen parat hatte, musste der Deutsche zu seinem Zelt ins Fahrerlager fahren, und anschließend aus der Boxengasse starten. Relativ schnell ging es vor auf Klassenrang 5, doch die Lücke nach vorne war bereits groß. Bis zu Rennhalbzeit souverän auf Kurs zu Rang 4 war Walter Steding (DEU, Scuderia Palladio) unterwegs. Steding verlor in der zweiten Rennhälfte aber an Boden, und seine Position auch an Landsmann Fiedler.

Tadellos schlug sich auch Armando Mangini (ITA, MM International) mit Klassenrang 6 hinter Steding. Im Vorjahr hatte Mangini noch seinen Rücktritt bekanntgegeben. Heute hat er bewiesen, dass das wohl voreilig war. Das wohl härteste Rennen verbuchte Salvatore de Plano (ITA, Coloni). Als Einziger blieb er bis zum Schluss auf Trockenreifen auf der Bahn, und war damit chancenlos. Es ist wohl nur seinen fahrerischen Qualitäten zu verdanken, dass er das Rennen beenden konnte.

Morgen folgt – bei angesagten Regenschauern – das zweite Rennen (14:30 Uhr) in Mugello. Zuvor gibt es noch ein zehnminütiges Warm-up ab 10:20 Uhr.

Foto: Roberto Piccinini/Actualfoto

Report Rennen 1 Brünn

Ghiotto (GP2) and Gerstl (Toro Rosso)

Ghiotto liefert sich Duell mit Gerstl und baut Führung in der FORMULA aus.

Zum ersten Mal in diesem Jahr konnten Rennsportfans die BOSS GP Racing Series wieder live vor Ort erleben. Der Klang von V10- und V8-Motoren und die spätsommerlichen Temperaturen an die 30 Grad lockten bereits am Samstag einige Tausend Zuseher zu den Masaryk Racing Days ins Automotodrom.

Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) war der klare Favorit auf den Sieg. Doch Gerstl schöpfte nicht das volle Potenzial seines Toro Rosso STR1 aus und so konnte Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) zu Rennmitte plötzlich aufschließen. Zweimal wechselte die Führung unter den beiden, bis sich schließlich Gerstl doch noch durchsetzte. Ghiotto sah’s gelassen, konnte er mit dem Klassensieg seine FORMULA-Tabellenführung weiter ausbauen.

Deutlich größer als zunächst erwartet fiel der Rückstand seiner Konkurrenten Luca Martucci (ITA, MM International) und Roman Hoffmann (AUT, Hoffmann Racing) aus. Martucci überholte gleich nach dem Start Hoffmann und setzte sich anschließend auf Klassenrang 2 fest. BOSS GP-Rookie Hoffmann blieb Dritter und konnte trotz Getriebeproblemen zum dritten Mal in Folge einen Pokal mit nach Hause nehmen.

Weil Walter Steding (DEU, Scuderia Palladio) beim Vorstart nicht wegkam, folgte seinerseits eine Aufholjagd mit einigen sehenswerten Überholmanövern. Letztlich verpasste er das Treppchen mit Klassenrang 4 nur knapp. Steding überholte auch Salvatore de Plano (ITA, Coloni), der als Fünfter die Zielflagge in der Klasse FORMULA sah.

Die meisten Ränge nach vorne ging es für Andreas Fiedler (DEU, Fiedler Racing), der sich gleich in der Anfangsphase von Rang 9 auf Rang 6 nach vorne schob. Bianca Steiner (AUT, Steiner Motorsport) blieb im Rennen vor Christian Ferstl (AUT, Ferstl Racing) und Christopher Höher (AUT, Top Speed), der allerdings frühzeitig die Box ansteuerte.

Morgen Sonntag stehen ein Warm-up (9:05 Uhr) und das zweite Rennen (12:20 Uhr) am Programm. Gestartet wird wie in Rennen 1 nach dem Ergebnis des Zeittrainings. Glaubt man der Wettervorhersage, könnten morgen die Pirelli-Regenreifen Cinturato zum Einsatz kommen.

Foto: Dirk Hartung

Report Qualifying Brünn

Ingo Gerstl, Toro Rosso STR1

Ingo Gerstl und Marco Ghiotto in Startreihe 1.

Wie zu erwarten wurde das Qualifying in der FORMULA-Klasse zu einem Dreikampf um die Poleposition. Klassenbester war FORMULA-Tabellenführer Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio), der sich zwei Zehntelsekunden vor Roman Hoffmann (AUT, Hoffmann Racing) durchsetzte. Hoffmann fuhr sein bislang bestes Qualifying-Ergebnis ein und stellte seinen Dallara GP2 für beide Rennen in die zweite Startreihe. Neben ihm wird Luca Martucci (ITA, MM International) auf die Jagd durchs Automotodrom Brünn gehen.

Walter Steding (DEU, Scuderia Palladio) konnte bei seiner Premiere in Q1 der Trainingsschnellsten seine Leistungen von Freitag bestätigen. Er geht von Position 5 aus ins Rennen, dahinter startet Salvatore de Plano (ITA, Coloni). De Plano im A1GP gelang als einzigem Piloten noch eine Zeitenverbesserung am Ende von Q2. Letztlich fehlte ihm nur eine Hundertstelsekunde auf Steding. Auf den Rängen 7 bis 9 folgen mit Bianca Steiner (Steiner Motorsport), Christian Ferstl (Ferstl Racing) und Christopher Höher (Top Speed) gleich drei Österreicher. Höher, der den Saisonauftakt in Imola gewann, fuhr allerdings nur eine gezeitete Runde.

Schnellster im Zeittraining beim dritten Qualifying in diesem Jahr war erneut Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) im Toro Rosso STR1. Mit 1:35.544 lag er nur knapp über seinem eigenen Rundenrekord. Rennen 1 über 20 Minuten wird heute Samstag um 15:25 Uhr freigegeben.

Foto: Dirk Hartung

Report Freies Training Brünn

Der überraschende Trainings-Freitag bei den Masaryk Racing Days im Rückblick.

Blicken wir auf die Trainingszeiten, ist morgen vor allem in der FORMULA-Klasse ein spannender Kampf um die Poleposition zu erwarten. Mit nur knappen Abständen qualifizierten sich sowohl Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) und Luca Martucci (ITA, MM International) als auch Roman Hoffmann (AUT, Hoffmann Racing) für das Qualifying der fünf schnellsten Piloten der Freien Trainings. Speziell Hoffmann könnte morgen bei seinem erst fünften Rennen in einem GP2-Dallara den beiden schnellen Italienern ordentlich einheizen. Zum ersten Mal qualifizierte sich auch Walter Steding (DEU, MM International) für Q1. Kann er morgen gar um ein Podium mitmischen?

Die schnellsten für Q2 qualifizierten Fahrer sind Salvatore de Plano (ITA, Coloni) im A1GP-Auto und Florian Schnitzenbaumer (DEU, Top Speed). Noch in der Eingewöhnungsphase befindet sich Bianca Steiner (AUT, Steiner Motorsport), die nach einer längeren Rennpause ihr Comeback in der BOSS GP Racing Series gibt. Erst zum zweiten Mal am Start eines BOSS GP-Rennwochenendes ist Bergrenn-Spezialist Christian Ferstl (AUT, Ferstl Racing), heute reichte es für Klassenrang 8. Er rechnet sich für Samstag und Sonntag noch einiges mehr aus. Dahinter im Tableau folgen Armando Mangini (ITA, MM International), Andreas Fiedler (DEU, Fiedler Racing) und Bruno Jarach (EST, Scuderia Palladio).

Schnellster am heutigen Trainingstag war Brünn-Rundenrekordhalter Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) in seinem Toro Rosso STR1 mit V10-Cosworth-Power. Er stellte mit 1:39.051 die Bestzeit auf. Das in zwei Gruppen geteilte Zeittraining beginnt morgen Samstag um 9:30 Uhr.

Foto: Dirk Hartung

Report Qualifying Spa

FORMULA pole for Marc Faggionato

Erste Startreihe für Gerstl und Faggionato.

Mit rund 300 km/h brausten die Helden der BOSS GP Racing Series durch die Ardennen. Schnellster beim heutigen Qualifying war abermals Ingo Gerstl (AUT, Top Speed). Er blieb mit einer Zeit von 1:55.836 als einziger Fahrer unter der Marke von zwei Minuten für eine Runde.

Eine starke Leistung legte auch Marc Faggionato (MCO, Top Speed) hin, der an diesem Wochenende ausnahmsweise für Top Speed an den Start geht. Mit einer Zeit von 2:03.888 war er vier Zehntel schneller als Meister Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio). Ghiotto geht aus der zweiten Reihe ins Rennen, zusammen mit Landsmann Riccardo Ponzio (Adriatica Competition). Dessen wunderschöner Jaguar R3 wurde vom Team über Nacht repariert und damit Ponzio die Teilnahme am Renntag ermöglicht.

Schnellster Pilot im zweiten Qualifying (für alle Fahrer außerhalb der Top-5 vom Freien Training) war Roman Hoffmann (AUT, Hoffmann Racing). Damit verdrängte er überraschend Luca Martucci (ITA, MM International) aus den Top-5. Auf den weiteren Plätzen folgen mit Walter Steding (DEU, MM International) und Andreas Fiedler (DEU, Fiedler Racing) weitere GP2-Piloten. Michael Aberer im World Series by Renault klassierte sich als Neuntschnellster. Ulf Ehninger im Benetton-Formel-1 geht als Zehnter ins Rennen.

Beide Rennen sind heute Sonntag im Livestream auf www.bossgp.com/livestream zu verfolgen. Rennen 1 startet um 12:05 Uhr, Rennen 2 um 16:05 Uhr.

Report: Freies Training Spa

Marco Ghiotto in his GP2 Dallara

Es geht los: Die BOSS GP Racing Series ist ins Rennwochenende gestartet.

Zwei Freie Trainings standen für BOSS GP an Tag 1 der 2-Tages-Veranstaltung bei der DTM in Spa am Programm. Auf einer so schwierigen und langen Rennstrecke zählt jede Runde und so nutzten die Fahrer und Teams die Gelegenheit, um sich auf den morgigen Renntag vorzubereiten.

Viele BOSS GP-Piloten sind schon lange nicht mehr in Spa gefahren, einige sind sogar zum ersten Mal auf der Formel-1-Rennstrecke am Start. Umso bemerkenswerter, dass abgesehen von einigen Verbremsern, beide Trainings ohne größere Zwischenfälle über die Bühne gingen. Nur Riccardo Ponzio (ITA, Adriatica Racing) verunfallte aufgrund eines technischen Gebrechens bei seinem Jaguar R3 ausgerechnet in Eau Rouge. Das Team arbeitet mit aller Kraft daran, morgen beim Qualifying antreten zu können.

Schnellster am heutigen Samstag war Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) im Toro Rosso STR1 mit einer Zeit von 2:04.369. Bester FORMULA-Pilot war Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) vor Marc Faggionato (MCO, Top Speed) und Luca Martucci (ITA, MM International). Die drei Piloten zählen auch zu den Favoriten auf den Klassensieg morgen. FORMULA-Meister Ghiotto legte heute auch die meisten Runden (20) hin.

Trotz deutlich weniger Runden Roman Hoffmann (AUT, Team Hoffmann), Teamchef und Fahrer in einme, heute die sechstschnellste Gesamtzeit in den Asphalt brennen, noch vor dem erfahrenen Florian Schnitzenbaumer (DEU, Top Speed), der in diesem Jahr zum ersten Mal bei einem Rennen im Cockpit eines GP2-Dallara sitzt. Ebenfalls zurück ist Andreas Fiedler (DEU, Fiedler Racing), der in ungewohntem schwarz unterwegs ist und bei dem morgen noch eine deutliche Steigerung zu erwarten ist.

Das Zeittraining startet morgen Sonntag um 9:45 Uhr. Mit 40 Minuten ist das Zeittraining diesmal länger als üblich und gibt somit allen BOSS GP-Fahrern mehr Gelegenheiten, ihre Bestzeit zu setzen. Rennen 1, gewohnt über 20 Minuten, folgt zur Mittagszeit um 12:05 Uhr, Rennen 2 (25 Minuten Rennlänge) zum Abschluss des DTM-Events um 16:05 Uhr. Alle drei Sessions sind dieses Mal im kostenlosen Livestream auf www.bossgp.com/livestream zu verfolgen.

Report Qualifying Imola

Ingo Gerstl auf Pole, schnellster FORMULA-Pilot war Luca Martucci.

Das erste Zeittraining für die BOSS GP Racing Series in dieser Saison brachte eine große Überraschung. Zwar geht wieder einmal Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) mit dem Toro Rosso STR1 von der Poleposition ins Rennen, doch neben ihm startet erstmals Luca Martucci (ITA, MM International) aus Reihe 1 in ein BOSS GP-Rennen. Beim Heimspiel brachte sich der immer schneller werdende Martucci mit seinem Dallara-GP2 in eine ausgezeichnete Position in der FORMULA-Klasse.

Aus Reihe 2 gehen die eigentlichen Favoriten Christopher Höher (AUT, Top Speed) und Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) ins erste von zwei Rennen an diesem Wochenende. Nur wenige Zehntelsekunden trennten die drei Schnellsten GP2-Fahrer voneinander.

Marc Faggionato (MCO, Zig-Zag) konnte mit Gesamtrang 5 die hohen Erwartung erfüllen. Nach einer verkorksten Saison 2019 kann Salvatore de Plano (ITA, Coloni) mit Rang 6 ebenso zufrieden sein, sitzt er doch zum ersten Mal in einem A1GP-Lola. Beeindruckend auch Walter Steding (DEU), der sich nach dem Teamwechsel zur Scuderia Palladio noch vor Ulf Ehninger (DEU, ESBA Racing) im Benetton B197 Formel-1-Rennwagen qualifizierte. Schnellster der BOSS GP-Rookies war Roman Hoffmann (AUT, Hoffmann Racing) auf Gesamtrang 10.

Nicht am Qualifying teilnehmen konnte Riccardo Ponzio (ITA, Adriatica Competiton). An seinem Jaguar R3 wird bis morgen der Motor gewechselt. Das 20-minütige Rennen 1 startet um 11:15 Uhr und , Rennen 2 über eine Distanz von 25 Minuten um 16:15 Uhr.

Report: Rennen 2 Imola

FORMULA-Titelentscheidung: Bracalente gewinnt das Rennen, Marco Ghiotto den Titel.

Die Entscheidung um den Meistertitel in der FORMULA-Klasse fiel im zwölften und damit letzten BOSS GP-Saisonrennen 2019. Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) ging mit der besseren Ausgangslage ins Rennwochenende. Nach Alessandro Bracalentes (ITA, Speed Center) Sieg im Samstagsrennen schrumpfte sein Vorsprung aber von 15 auf 12 Punkte. Bei einem erneuten Sieg von Bracalente im Sonntagsrennen musste Ghiotto heute zumindest Sechster werden.

Einen Schreckmoment hatte Ghiotto schon beim Start zur Aufwärmrunde, als sein roter GP2-Dallara nicht von der Stelle kam. Glück für Ghiotto: Weil auch ein zweites Auto stehenblieb, durfte sich Ghiotto für den fliegenden Start wieder in die zweite Startreihe nach vorne reihen. Die Scuderia Palladio konnte kurz durchatmen.

Der beste Start hinter dem OPEN-Meister Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) gelang Luca Martucci (ITA, MM International), der fast Bracalente an der Spitze knackte. Ghiotto verlor nicht nur den Platz an Martucci, sondern auch an Salvatore de Plano (ITA, Top Speed). Doch noch in der Anfangsphase überholte Ghiotto wieder beide, und fand im weiteren Verlauf mit schnellen Rundenzeiten sogar den Anschluss an Bracalente. Mit Klassenplatz 2 lag er voll auf Titelkurs.

Marco Ghiotto ist zum ersten Mal BOSS GP FORMULA-Meister

Dabei blieb es auch. Bracalente gewann das letzte Saisonrennen und beendete das Jahr mit einer unglaublichen Bilanz für einen Rookie: 5 Siege, 10 Podestplätze und nur zwei Ausfälle. Schlussendlich einer zu viel, um seinen Landsmann Ghiotto zu knacken, der eine ebenso grandiose Bilanz vorweisen kann: 9 Podestplätze und 2 Siege, aber nur einen Nuller. Nach sechs spannenden Rennwochenenden in Hockenheim, Spielberg, Monza, Assen, Brünn und Imola trennen den neuen FORMULA-Meister Ghiotto und Kontrahent Bracalente letztendlich nur neun Punkte.

Rang 3 im Rennen ging wie am Vortag an Martucci, der bis Rennmitte wieder mit de Plano stritt. De Plano fuhr als Vierter vor Andreas Fiedler ins Ziel, der mit angeschlagenem Getriebe Rang 3 in der Meisterschaft sicherte.

Das schönste Duell lieferten Philippe Haezebrouck (FRA, Speed Center) und Gianluca Ripoli (ITA, MM International), mit besserem Ende für den Franzosen. Bis zur letzten Runde waren beide in Schlagdistanz zueinander auf dem 4,9-Kilometer-Kurs unterwegs. Gegen Rennende den 25-Minuten-Rennens schloss auch Peter Göllner (SUI, Speed Center) auf die beiden auf, konnte aber nicht mehr angreifen. Er beendete die Saison mit einem ordentlichen achten Rang. Nicolas Matile (MCO, Zig-Zag) wurde in der Klasse Neunter. Sein Team Zig-Zag Motorsport Service kündigte an, im nächsten Jahr bei mehr als zwei Rennen am Start stehen zu wollen.

Gesamtsieger des Rennens wurde Ingo Gerstl (AUT, Top Speed), der mit seinem Toro Rosso STR1 heute noch einmal Vollgas gab. Obwohl seine Mechaniker alles gaben, musste Phil Stratford seinen Benetton B197 aufgrund eines Defekts frühzeitig in den Transporter laden. Ein Start beim letzten Rennen des Jahres war ihm nicht vergönnt. Zweiter in der OPEN-Klasse und neuer Vizemeister wird stattdessen „Piter“ (FRA, Ray-Ban), dessen Mannschaft es gelang, im letzten Moment ein großes Ölleck zu reparieren.

Die BOSS GP-Jahressiegerehrung findet am 7. Dezember in Salzburg statt.

Report: Rennen 1 Imola

Alessandro Bracalente verkürzt mit einem Sieg den Rückstand auf Tabellenführer Ghiotto.

Ungefährdet fuhr Alessandro Bracalente (ITA, Speed Center) zum vierten Saisonsieg in der FORMULA. Der BOSS GP-Rookie verkürzte damit den Rückstand auf Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) in der Meisterschaft von 15 auf 12 Punkte. Damit ist klar, die Titelentscheidung fällt erst beim letzten Rennen am Sonntag. Tabellenführer Ghiotto folgte Bracalente das ganze Rennen über wie ein Schatten. Erst gegen Rennende ließ er abreißen, am Zielstrich betrug die Differenz vier Sekunden.

Ein unglaubliches Finish legte Luca Martucci (ITA, MM International) hin. Zwischenzeitlich auf Rang 9 zurückgefallen, gelang ihm in der letzten Runde noch der Sprung aufs Podest. Für Martucci ist es der fünfte Besuch am Treppchen 2019. In einem mutigen Manöver überholte er Salvatore de Plano (ITA, Top Speed), dem das Pech am Rennstiefel zu kleben scheint. Für de Plano war es trotzdem das zweitbeste Saisonergebnis und das beste seit dem Auftakt in Hockenheim.

Andreas Fiedler (DEU, Fiedler Racing) war zu Beginn des Rennens ebenfalls in den Kampf ums Podest involviert. Letztlich wurde er Fünfter. Damit holte er fünf Meisterschaftspunkte mehr als Philippe Haezebrouck (FRA, Speed Center), der als Siebenter abgewunken wurde. Haezebrouck und Fiedler kämpfen morgen noch um den dritten Rang im Gesamtklassement der FORMULA-Wertung.

Weil sein Auto noch nicht fertig repariert war, konnte Marc Faggionato (MCO, Zig-Zag) im Qualifying keine Zeit setzen. Das hielt ihn nicht davon ab, vom letzten Startplatz aus auf Rang 6 nach vor zu fahren. Rundenlang kämpfte er mit Haezebrouck um die Vorfahrt.

Walter Steding (DEU, Inter Europol) lag zu Rennbeginn gar in den Top-6, etwa vor Martucci und Haezebrouck. Mit Rang 8 fuhr er diesmal ins gute Mittelfeld.

Nicolas Matile (MCO, Zig-Zag) landete mit dem einzigen Auto GP-Lola auf Rang 9. Das teaminterne Duell zwischen Peter Göllner und Christian Eicke (beide SUI, Speed Center) entschied Göllner für sich.

Früh im Rennen aufgeben mussten Gianluca Ripoli (ITA, MM International) und Ulf Ehninger (DEU, ESBA Racing). Weil Ripoli am Vorstart stehen blieb, musste er beim fliegenden Start ganz hinten losfahren. Noch in der ersten Runde versuchte er Plätze gut zu machen und kollidierte dabei mit Ehningers Benetton.

Den Gesamtsieg sicherte sich erneut Ingo Gerstl (AUT, Top Speed). Wenig überraschend dominierte der bereits feststehende OPEN-Meister im Toro Rosso den elften Saisonlauf.

Das 12. und letzte Rennen der BOSS GP-Jubiläumssaison geht morgen um 14:10 Uhr über die Bühne, davor gibt’s ab 10:30 Uhr noch ein Warm-up.