Schlagwort: Benetton

Report: Le Castellet Rennen 2

Rene Arnoux überreicht die Siegertrophäen an Gerstl, Schlegelmilch, Chovanec-Lopez und Geier.

Einzigartig war das Ambiente beim dritten Event der BOSS GP-Saison 2022: Besucher hatten die Möglichkeit, Tickets für den Grid Walk zu kaufen und damit ganz nah an die Big Open Single Seater heranzukommen und die Spannung vor dem Start hautnah mitzuerleben. Das nutzten nicht nur hunderte Fans, sondern auch die französischen Rennlegenden Jean Alesi, Rene Arnoux und Jean-Pierre Jarier. Diese standen für Erinnerungsfotos ebenso zur Verfügung wie die Fahrzeuge der BOSS GP und ihre heutigen Piloten.

BOSS GP F1 Class

Toro Rosso, Benetton und Jaguar in einem gemeinsamen Rennen – dieses einzigartige Bild lieferte die BOSS GP Racing Series in Le Castellet. Im Formationsflug absolvierten die legendären Formel-1-Wagen die ersten Runden des Sonntagsrennens, doch am Ende stand dasselbe Ergebnis wie am Vortag in den Büchern: Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) holte sich den Sieg vor Ulf Ehninger (GER, ESBA Racing) und Didier Sirgue (FRA, LRS Racing).

Didier Sirgue zeigte beim Heimspiel, dass ein zwanzig Jahre altes Formel-1-Auto noch lange nicht zum alten Eisen gehört

BOSS GP OPEN Class

Erneut ging Harald Schlegelmilch (LVA, HS Engineering) im World-Series-Boliden mit verbessertem V8-Motor auf die Jagd nach den Formel-1-Wagen. Der Lette gewann mit der schnellsten Rennrunde die in diesem Jahr neu eingeführte Klasse der OPEN-Wertung für Fahrzeuge ohne Hubraumlimit. Zur Freude der Fans, die in der Hitze ausharrten, drehte er nach dem Rennen einige Donuts und verewigte sich damit am Circuit Paul Ricard.

Harald Schlegelmilch gibt alles, um die Formel-1-Autos vor ihm einzuholen

BOSS GP FORMULA Class

Unschlagbar war auch heute Sonntag im um 5 Minuten längeren Rennen im Vergleich zum Vortag der Portugiese Zdenek Chovanec-Lopez (MM International). Erneut war MM-International-Teamkollege Simone Colombo (ITA) in einen spannenden Positionskampf um Rang 2 hinter Chovanec-Lopez verwickelt. Diesmal verteidigte er die Position im letzten Renndrittel allerdings gegen Marc Faggionato (MCO, Zig-Zag). Mit abbauenden Reifen gegen Rennende behielt Colombo aber die Nerven und somit auch Rang 2. Faggionato gelang mit Rang 3 ein versöhnliches Ergebnis, nachdem er gestern nach einem Dreher schon frühzeitig ausschied. Damit blieb erneut kein Platz am Podium für Francesco Malavasi (ITA, Scuderia Palladio). Mit einer weiteren Leistungssteigerung fehlten ihm letztlich aber nur gut sieben Sekunden auf das Podest. Sein Teamchef und rennfahrender Kollege Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) schied bereits in der Anfangsphase aus. Für die Gesamtwertung bedeutet das einen Rückschlag. Der Titelverteidigter liegt nun schon 47 Punkte hinter Chovanec-Lopez und 35 hinter Colombo.

Der beste Franzose in dieser Klasse war im zweiten Lauf Alain Girardet (FRA, GDL Racing) im World-Series-Boliden. Auf Rang 6 kam Luca Martucci (ITA, MM International) ins Ziel. Das ist bemerkenswert, denn der Italiener musste sich nach einem Dreher in der Anfangsphase vom Ende des Feldes wieder nach vorne kämpfen. Sehenswert waren auch die Positionskämpfe dahinter, u.a. mit David Moretti, Walter Steding und Thomas Jackermeier.

Dominiert die FORMULA-Klasse in der bisherigen Saison: Zdenek Chovanec-Lopez

BOSS GP SUPER LIGHTS Class

Alexander Geier (AUT, Geier Racing) gelang beim BOSS GP-Renndebüt sensationell das Double: Der erst 16-jährige Österreicher im V6 World-Series-Auto machte auch heute seine Sache gut und duellierte sich phasenweise sogar mit den schnelleren FORMULA-Fahrzeugen. Mit zwei Rennsiegen und der vollen Punktezahl an diesem Wochenende konnte er einige Punkte auf den Erstplatzierten in der Gesamtwertung, Andreas Hasler (AUT, Hasler Motorsport), aufholen.

Alexander Geier erfreute die französischen Zuschauer in den Retro-Farben der Renault-Weltmeisterautos von 2005 und 2006

Die BOSS GP Racing Series legt nun eine verlängerte Sommerpause ein. Gearbeitet wird trotzdem, denn die Teams nützen die Zeit, um die High-End-Rennwagen zu revidieren und für die zweite Saisonhälfte fit zu machen. In zwölf Wochen setzt Europas schnellste Rennserie ihre Tournee fort. Bei den traditionellen Masaryk Racing Days in Brünn von 9. bis 11. September werden die Saisonrennen 7 und 8 gefahren.

Bilder: Jean-Marie Biadatti/PhotoClassicRacing.com, SMW MEDIA

Report: Red Bull Ring Spielberg Rennen 2

Zahlreiche Fans lauschten auch heute den Klängen der BOSS GP Racing Series. Viele Duelle prägten den zweiten Lauf im Rahmen der Rundstreckentrophy in Österreich.

BOSS GP F1 Class

In der Anfangsphase des Sonntagsrennens waren die beiden Top-Speed-Teamkollegen Ingo Gerstl (AUT) und Thomas Jackermeier (DEU) in ihren Toro Rossos im Synchronflug um die 4,3 Kilometer lange Formel-1-Strecke unterwegs. Jackermeier sammelte zwischenzeitlich sogar erste Führungskilometer. Das war bemerkenswert, war es doch erst sein zweites Rennen in einem Formel-1-Wagen. In der zweiten Rennhälfte schaltete Gerstl aber doch noch einen Gang höher und setzte sich in seinem Toro Rosso STR1 wieder in Führung. Der Österreicher fuhr nicht nur zum Heimsieg, sondern auch zum vierten Saisonsieg 2022. Jackermeier beendete das Rennen wie auch gestern auf Rang 2 und kann damit auf ein höchst erfolgreiches Debüt-Wochenende im Toro Rosso STR3 zurückblicken. Rang 3 ging an den Meister des Vorjahres, Ulf Ehninger (GER, ESBA Racing) im 1997er-Benetton.

BOSS GP OPEN Class

Harald Schlegelmilch (LVA, HS Engineering) war als Polesetter der zweiten Startgruppe erneut bemüht, die Formel-1-Autos vor ihm einzuholen. Schlegelmilch fuhr in seinem modifizierten World-Series-Boliden zu einem sicheren Start-Ziel-Sieg in der OPEN-Klasse. Anton Werner (GER, Ryschka Motorsport) im einzigen IndyCar-Boliden wurde als Zweiter gewertet.

BOSS GP FORMULA Class

Chovanec-Lopez (Dallara GP2 Mecachrome) holte sich beide FORMULA-Siege in Spielberg

Mit einer halben Minute Vorsprung im Endklassement dominierte Zdenek Chovanec-Lopez (PRT, MM International) die mit hauptsächlich Formel-2-Autos bestückte Klasse. Im Unterschied zu gestern versuchte er bereits in der Anfangsphase mit schnellen Rundenzeiten einen größeren Vorsprung herauszufahren, was ihm auch gelang. Mit Saisonsieg Nummer 3 baute Chovanec-Lopez auch seine Tabellenführung aus. Hinter dem Sieger waren die Konkurrenten zunehmend miteinander beschäftigt: Simone Colombo (ITA, MM International) und Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) duellierten sich lange Zeit um Rang 2. Weil Ghiotto wie schon gestern mit überhitzten Bremsen gegen Rennende an Boden verlor, blieb dem amtierenden Champion nur Rang 3 hinter Hockenheim-Rennsieger Colombo. Luca Martucci (ITA, MM International) im grün funkelnden GP2-Dallara fuhr dahinter ungefährdet auf den vierten Platz.

Die schönsten Positionskämpfe lieferte erneut die Gruppe rund um Paul O’Connell (IRE, HS Engineering) im World-Series-V8, Michael Aberer (AUT, MA Motorsport), Walter Steding (GER, Scuderia Palladio) und Bianca Steiner (AUT, Steiner Motorsport) in ihren GP2-Autos. Mehrfach wechselten die Positionen, sehenswerte Ausbremsmanöver inklusive. Letztlich setzte sich Steiner durch, die sich zwar über Rang 5 und ein tadelloses Rennen freute, aber über ein verpatztes Qualifying ärgerte. Hinter O’Connell und Aberer konnte sich auch Giancarlo Pedetti (ITA, Nannini Racing) im Rennen nach vorne arbeiten. Steding wurde Neunter, Thomas Jakoubek (AUT, Top Speed) erfreut über eine Zielankunft Zehnter.

Andreas Hasler nahm die vollen Punkte von Spielberg mit nach Hause

BOSS GP SUPER LIGHTS Class

Die Klasse der Sechszylinder-Autos war für den Steirer Andreas Hasler (AUT, Hasler Motorsport) reserviert, der mit zwei Siegerpokalen die kurze Heimreise antrat. Für die nächsten Rennen plant der BOSS GP-Rookie, endlich die volle Motorleistung seines älteren World-Series-Autos abrufen zu können.

Bereits in zwei Wochen hat Hasler die nächste Gelegenheit dazu, und zwar bei den BOSS GP-Rennen im Rahmen des French Historic Grand Prix in Le Castellet (17.–19. Juni 2022).

Vorschau: Red Bull Ring Spielberg

Am kommenden Wochenende (3.–5. Juni) kommt die BOSS GP Racing Series auf den Red Bull Ring und mit ihr die schnellsten Rennboliden der Welt. Mit dabei sind legendäre Autos von Vettel, Klien und Berger.

Bevor in gut einem Monat der Formel-1-Grand-Prix von Österreich am Red Bull Ring ausgetragen wird, sind bereits am kommenden Wochenende kostbare Schätze in Rennaction am Spielberg zu bewundern. Europas schnellste Rennserie, BOSS GP, versammelt von Freitag bis Sonntag mehrere Tausend PS in der Startaufstellung. 22 Big Open Single Seater – Formel 1, IndyCar, Formel 2 und GP2, World Series by Renault und Nissan – werden für ein unüberhörbares Programm am Red Bull Ring sorgen.

Teil dieses Orchesters sind u.a. der Toro Rosso STR3, mit dem Sebastien Vettel seinen ersten Rennsieg im Regen von Monza feierte, Christian Kliens erster Formel-1-Wagen, der Jaguar R5, und Gerhard Bergers letztes Siegerauto, der Benetton B197. Dazu kommt der US-amerikanische IndyCar-Bolide von Anton Werner (GER, Ryschka Motorsport), der das bunte Starterfeld ebenfalls bereichert. Ein Altbekannter gibt zudem sein Comeback in der BOSS GP Racing Series: Frits van Eerd (NLD, VES Racing), ProAM-Weltmeister in der Langstrecken-WM 2021 und langjähriger BOSS GP-Fahrer wird mit seinem Jaguar R5 versuchen, Auftakt-Doppelsieger Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) im Toro Rosso STR1 Paroli zu bieten.

NummerNameNationTeamKlasseMarkeBaujahrModell
1Ingo GerstlAUTTop SpeedF1Toro Rosso2006STR1
2Florian SchnitzenbaumerGERTop SpeedF1Toro Rosso2006STR1
5Frits van EerdNLDVES RacingF1Jaguar2004R5
7Ulf EhningerGERESBA RacingF1Benetton1997B197
10Harald SchlegelmilchLVAHS EngineeringOPENDallara2012World Series by Renault
11Anton WernerGERRyschka MotorsportOPENDallaraIRL
21Bernd HerndlhoferAUTH&A RacingFORMULADallaraGP2
22Michael AbererAUTAM MotorsportFORMULADallara2005GP2
27Marco GhiottoITAScuderia PalladioFORMULADallara2011GP2
28Bruno JarachITAEesti MotorsportFORMULADallara2008GP2
31Paul O’ConnellIREHS EngineeringFORMULADallara2012World Series by Renault
32Simone ColomboITAMM InternationalFORMULADallara2017F2
37Luca MartucciITAMM InternationalFORMULADallara2011GP2
43Giancarlo PedettiITANannini RacingFORMULADallara2014GP2
44Thomas JakoubekAUTTop SpeedFORMULADallara2008GP2
47Walter StedingGERScuderia PalladioFORMULADallara2011GP2
51Zdenek Chovanec LopezCZEMM InternationalFORMULADallara2011GP2
69Thomas JackermeierGERTop SpeedFORMULADallaraGP2
110Bianca SteinerAUTSteiner MotorsportFORMULADallara2005GP2
111Alexander GeierAUTGeier RacingSUPER LIGHTSTatuus2003World Series by Renault
115Andreas HaslerAUTHasler MotorsportSUPER LIGHTSDallara2009World Series by Nissan

Lokalmatadore:
Im Starterfeld sind auch sieben österreichische Rennfahrer vertreten: Neben dem Salzburger Gerstl sind das Formel-1-TV-Expertin Bianca Steiner (GP2, Steiner Motorsport), Bernd Herndlhofer (GP2, H&A Racing), Michael Aberer (GP2, MA Motorsport), Thomas Jakoubek (GP2, Top Speed) und die beiden V6-World-Series-Autos vom erst 16-jährigen Alexander Geier (Geier Racing) und dem steirischen Lokalmatador Andreas Hasler (Hasler Motorsport). Zudem setzt das burgenländische Team HS Engineering zwei Fahrzeuge für Harald Schlegelmilch (LVA) und Paul O’Connell (IRE) ein.

Zeitplan (CEST):

Freitag, 3. Juni 2022
13:30–13:55          Freies Training 1
15:30–15:55          Freies Training 2

Samstag, 4. Juni 2022
09:50–10:20          Qualifying
14:00–14:20          Rennen 1 (20 Minuten)

Sonntag, 5. Juni 2022
14:00–14:25          Rennen 2 (25 Minuten)

Rahmenprogramm:

Den Motorsportfans werden bei der Rundstreckentrophy 2022 neben den Freien Trainings und Qualifyings insgesamt 17 Rennen geboten. Neben den beiden Rennen der BOSS GP (Samstag und Sonntag jeweils um 14 Uhr) starten mehrere Sport- und Tourenwagenserien und die Formel 3 im Rahmenprogramm. Der Eintritt auf allen geöffneten Tribünen ist frei, außerdem können Fans das Fahrerlager kostenlos besuchen und den Teams bei ihrer Arbeit über die Schulter blicken oder sich ein Autogramm von einem der Fahrer sichern.

Foto: Angelo Poletto/BOSS GP

Formel 1 „just for fun“

Ulf Ehninger aus Tübingen in Deutschland holte sich 2021 überraschend den Titel in der BOSS GP OPEN Class. Wir haben mit dem Titelverteidiger vor dem Saisonstart in Hockenheim (6.–8. Mai 2022) über die Besonderheit, einen Formel-1-Wagen einzusetzen, gesprochen.

Blicken wir zurück auf 2021: Was sind die stärksten Erinnerungen an dein Meisterstück?

ULF EHNINGER: „Wahrscheinlich, dass wir es überhaupt geschafft haben! Bis Monza war uns das gar nicht bewusst, erst als Thomas Hummer von Pirelli bei der Siegerehrung zu mir gesagt hat, dass wir eine Chance haben, haben wir darüber nachgedacht. Zuvor wollten wir das völlig entspannt angehen – just for fun. Ich habe gelernt, wenn ich Druck rausnehme, klappt es besser. Ingo Gerstl hat mir geholfen, das Setup des Autos zu verstehen. Ich habe mich im Auto lange nicht wohlgefühlt, jetzt spüre ich das Auto und dessen Grenzbereich wesentlich besser.“

Was verbindet dich mit dem Benetton B197?

EHNINGER: „Das Auto ist toll, ich stehe oft schmachtend davor. Eigentlich ist der Wagen viel zu schade zum Fahren. Es ist wahrscheinlich auch das Formel-1-Auto mit den meisten Kilometern weltweit!“

Was muss man können, um so ein Auto zu bewegen?

EHNINGER: „James Hunt sagte einmal, ‚big balls‘. Bevor ich in so ein Auto einsteige, habe ich ganz schön Kopfkino. Wenn man drinsitzt, ist es allerdings weg. Aber es bleibt eine Riesen-Herausforderung, damit zu fahren. Nach dem ersten Freien Training bin ich komplett durch den Wind – und mit vielen Eindrücken konfrontiert – das kostet brutal viel Überwindung. Gerstl drückt ab, ich muss mich herantasten. Dabei hat mir auch Ingenieur Dario Pergolini mit seinen Analysetools viel geholfen. Ich kann das Gefühl, einen solchen Rennwagen zu fahren, gar nicht beschreiben. An die Beschleunigung gewöhnt man sich am schnellsten, an die Kurvengeschwindigkeiten werde ich mich aber nie gewöhnen können.“

Wie kam es überhaupt dazu? Ein Formel-1-Auto kauft man ja nicht im Supermarkt …

„Ich bin längere Zeit Langstreckenrennen gefahren. Der Traum war aber immer, einen Formel-1-Rennwagen zu fahren, was ich mir zu meinem 50. Geburtstag erfüllen wollte. Dass ich heute selber eines besitze und einsetze und schon fast 3.000 Kilometer damit gefahren bin – damit geht ein Traum in Erfüllung. Im Rahmen des Jim Clark Revivals am Hockenheimring 2018 habe ich einen Sportwagen eingesetzt. Uns ist die Antriebswelle gebrochen. Nach der Reparatur liefen wir spät abends durchs Fahrerlager. Als wir an der Box von Phil Stratford vorbeikamen, stand auf einem Aufkleber ‚Sale‘ drauf. Eher spaßeshalber haben wir dann die Nummer angerufen und landeten bei Kevin Mansell und Phil Stratford, die uns schon am nächsten Tag über das Auto informiert haben. Es ist dann noch einige Zeit vergangen, da das Auto in den USA stand, bis wir loslegen konnten. Unser Ziel ist aber immer gewesen, das Auto selber einzusetzen und nicht von einem anderen Team betreuen zu lassen.“

Das klingt gut, aber nicht einfach.

EHNINGER: „Ich schraube viel selbst und fahre auch selber mit dem Lkw. Sehr ermüdend kann die Suche nach Teilen sein, da kann es schon einmal drei Monate dauern, bis man etwas findet. Im Winter wird alles geprüft – jeder Dichtring, das komplette Chassis auf mögliche Risse usw., die Ersatzteile muss man nachbauen lassen. Gerade arbeiten wir an einer Lösung, die kurzen Laufzeiten des Getriebes zu erhöhen. Nach dem Rennen am Red Bull Ring (3.–5. Juni 2022, Anm.) kommt der Motor dann zur Revision.“

Warum kannst du trotzdem nicht genug davon bekommen?

EHNINGER: „Ich finde es schön, ein Rennwochenende gemeinsam mit anderen zu verbringen. Ich bin supergut in die BOSS GP aufgenommen worden. Es hieß immer, da fahren nur die reichen ‚Schnösel‘ – aber so war es nicht. Wir genießen es also, so ein Wochenende als Gemeinschaft zu verbringen anstatt irgendwo anonym an Track Days teilzunehmen. Letztes Jahr haben uns die Italiener zum Essen eingeladen, und obwohl wir kein Italienisch konnten und sie kein Deutsch, haben wir uns köstlich einen Abend lang unterhalten.“

Dein Team ESBA Racing kommt ja ursprünglich vom Langstrecken-Rennsport, wie seid ihr aufgestellt?

EHNINGER: „ESBA gab’s wie du richtig sagst schon vor dem Benetton, ungefähr seit 2016. Dafür hatten wir uns auch schon einen Lkw zugelegt, in dem wir auch heute noch an den Rennstrecken übernachten. Seit Anfang an mit dabei ist Jochen, mit dem ich schon über 30 Jahre befreundet bin. Wenn ich fahre, ist er mit. Wenn er fährt, bin ich dabei. Jens habe ich über einen Freund kennengelernt. Der hat sich bei uns zu einem wertvollen Teammitglied entwickelt und ist jetzt auch bei Glickenhaus engagiert. Seine ganze Leidenschaft gilt dem Benetton, ohne ihn, würde das gar nicht laufen. Dazu kommt Dario, der die Professionalität ins Team gebracht hat.“

Kannst du uns deine bisherige Rennkarriere kurz zusammenfassen?

EHNINGER: „Karriere ist vielleicht ein wenig übertrieben (lacht). Vor mittlerweile über 20 Jahren wollte ich unbedingt auf der Nordschleife fahren. Zusammen mit Freunden haben wir einen BMW E36 M3 aufgebaut – ohne viel Zeit und Geld. Später bin ich dann auch mit einem Audi und einem Porsche gefahren – sogar zweimal die 24 Stunden am Nürburgring. Die Nordschleife ist als Strecke sicherlich das Größte, was es gibt.

An der BOSS GP Racing Series gefällt mir , wie die Leute ticken, dass man zusammen Spaß haben kann und die Politik im Hintergrund steht. Mit Pirelli hat man einen starken Partner und ist sicherlich auf einem guten Weg. Ich würde mir wünschen, dass für den Nachwuchs noch mehr getan wird.“

Was sind die Pläne für die neue Saison?

EHNINGER: „Neben einigen Rennen in der BOSS GP werde ich auch versuchen, ein anderes historisches Rennauto einige Male einsetzen zu können, nämlich einen V8-Star-Boliden (deutsche Silhouetten-Formel aus den frühen 2000er-Jahren, Anm.) – das Orginial-Hasseröder-Auto von Harald Grohs.“

Fotos: Angelo Poletto/BOSS GP

Report Rennen 2 Monza

Grande Finale in Monza. Die schnellste Rennserie Europas wurde ihrem Namen mehr als gerecht, unter schwierigsten Bedingungen krönte sich Ulf Ehninger zum neuen Meister der BOSS GP Racing Series.

Schon am Morgen präsentierte sich der königliche Park von Monza grau in grau. Auch der Pirelli-Verantwortliche Thomas Hummer blickte gespannt in den Himmel: „Das ist wirklich schwierig, wenn’s so bleibt, würde ich die Slicks nehmen.“ Kurz vor dem Start wurde der Regen stärker, die meisten Piloten entschieden sich für die Pirelli-Cinturato-Regenreifen.

Nicht aus der Ruhe bringen ließ sich Ulf Ehninger (GER, ESBA Racing), in der Manier eines Zen-Meisters brachte der Benetton-Pilot seinen ersten OPEN-Titel ins Trockene. „Ich habe rein gar nichts riskiert, früh geschalten und mich aus allem rausgehalten. Ich kann es gar nicht glauben, mit so etwas hätte ich nie gerechnet“, konnte Ehninger seinen Triumph kaum fassen. Für Titelfavorit Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) war es ein durchwachsenes Wochenende. „Ich möchte Ulf gratulieren, er war immer zur Stelle und hat sich den Titel verdient“, zollte der alte Champion dem neuen Respekt.

Den Tagessieg holte sich erneut Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio). Diesmal musste der FORMULA-Pilot aber deutlich mehr kämpfen als am Vortag: „Ich bin auf Regenreifen gestartet, in der Safety-Car-Phase habe ich auf Slicks umstecken lassen. Der Dank geht an meine Mechaniker.“ Mit den frischen Slicks konnte der Italiener den lange führenden Paul O‘Connell (IRL, HS Engineering), der selbst durch ein sehenswertes Manöver in der ersten Lesmo-Kurve in Front ging, noch einholen und kurz vor Schluss überholen. O‘Connell war trotzdem sehr zufrieden: „Ich habe gepokert, bei uns auf der Insel haben wir oft solche Bedingungen, ich habe die Slicks riskiert, am Ende hat es sich ausgezahlt“, gab der sympathische Ire zu Protokoll.

Podium Rennen 2 v.li.: Paul O’Connell (2.), Sieger Marco Ghiotto und Thomas Jackermeier (3.)

Zum ersten Mal aufs Podium durfte auch Thomas Jackermeier (GER, Top Speed). Der Rookie zeigte eine hervorragende Leistung und war durch diverse Reifenwechsel der Konkurrenten plötzlich in Führung gegangen: „Am Freitag bin ich den Toro Rosso gefahren, mit dem Sebastian Vettel hier zum ersten Mal gewonnen hat, jetzt stehe ich selber, auch im Regen, auf demselben Podium. Das ist wirklich mega cool“, war der Fanatec-CEO komplett aus dem Häuschen.

In der ersten Rennhälfte war Michael Aberer (AUT, MA Motorsport) einer der Schnellsten. Der Regenspezialist konnte seine Erfahrung am rutschigen Geläuf ausspielen und war bald im Spitzenfeld zu finden. Letztlich wäre der Wechsel auf Trockenreifen wohl die bessere Wahl gewesen, so blieb nur Rang 8.

Auch Serienkoordinator Willie Beck war nach dem GlobeAir Grande Finale entsprechend zufrieden: „Wir haben eine fantastische Saison ohne Unfälle gesehen, als BOSS GP-Familie sind wir in diesem Jahr noch weiter zusammengewachsen, das macht Mut für die neue Saison.“

Fotos: Angelo Poletto/BOSS GP, Robert Lösch

Report Qualifying Monza

Ein turbulentes Qualifying zum GlobeAir Grande Finale im königlichen Park von Monza brachte am Ende eine Poleposition für Ingo Gerstl und einen tragischen Helden mit Phil Stratford.

Gleich zu Beginn von Q1 holt Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) im Toro Rosso den Hammer raus, legte in seiner ersten fliegenden Runde eine 1:29.0 vor und verbesserte sich im zweiten Umlauf nochmals um 1,6 (!) Sekunden. An dieser Zeit bissen sich alle anderen die Zähne aus. Am nächsten kam noch Phil Stratford (USA, Penn Elcom Racing), der sich nur mit einer gezeiteten Runde auf Platz 2 schob, ehe er stehenblieb: „Leider ist das Getriebe im 6. Gang stecken geblieben, wir hatten auch gestern schon Probleme.  Meine Mechaniker haben die ganze Nacht durchgearbeitet, wir sind erst fünf Minuten vor der Qualifikation fertig geworden, sie sind wahre Helden“, wusste sich der US-Pilot bei seiner Crew zu bedanken. Im Moment versucht die Truppe den Benetton aus der Saison 1997 für das Rennen flott zu bekommen. Der zweite Benetton im Feld, gelenkt von Ulf Ehninger (GER, ESBA Racing), schaffte es in die zweite Startreihe auf Platz 4.

FORMULA-Pilot Simone Colombo (ITA, MM International Motorsport) sprengte mit dem GP2-Dallara die Phalanx der Formel-1-Autos und erreichte mit Startplatz 3 eine hervorragende Ausgangsposition für einen möglichen ersten Saisonsieg. Dahinter wurde es eng – Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) und Luca Martucci (ITA, MM International Motorsport) – hetzten im Paarlauf um den Kurs, gaben sich gegenseitig Windschatten und teilten sich am Ende die dritte Startreihe.

Zwischenzeitlich wurde das Zeittraining neuerlich von einer Roten Flagge unterbrochen: Thomas Jackermeier (GER, Top Speed) hatte den GP2 beim Anbremsen zur ersten Schikane aus der Kontrolle verloren und brachte den Renner just auf einem Sausage-Curb zum Stehen. Aus der Race Control kam aber schnell die Entwarnung per Funk, mithilfe der Streckenposten konnte der Rookie die Fahrt wieder fortsetzen. Ähnliches passierte Michael Aberer (AUT, MA Motorsport), auch ihm wurde die erste Schikane zum Verhängnis. Trotzdem erreichte der Österreicher noch den elften Startplatz.

Dazwischen dürfen sich mit Walter Steding (GER, Scuderia Palladio), Andreas Fiedler (GER, Fiedler Racing), Armando Mangini (ITA, MM International Motorsport) und Paul O’Connell (IRL, HS Engineering) vier Piloten auf den Startplätzen 7 bis 10 noch Chancen auf ein Podium in der FORMULA-Klasse ausrechnen.

Das erste Rennen im Tempel der Geschwindigkeit steigt heute Samstag um 15:35 Ortszeit.

Foto: Angelo Poletto/BOSS GP

Vorschau Monza

Letzter Tourstopp für Europas schnellste Rennserie in der Saison 2021: Die BOSS GP Racing Series jagt mit über 300 km/h beim GlobeAir Grande Finale durch den Park von Monza.

Monza und BOSS GP – das passt, denn beide bilden eine wunderbare Symbiose aus Tradition und Moderne. Während in der BOSS GP Racing Series Hightech-Rennwagen der letzten 20 Jahre bei voller Lautstärke und in echten Rennen zu bewundern sind, ist das Autodromo Nazionale di Monza bereits seit 1950 (nur 1980 nicht) Austragungsort des Formel-1-Grand-Prix von Italien. Ein großer Teil des ursprünglichen Layouts wurde an moderne Sicherheitsstandards angepasst und wird heute noch befahren, die betonierten Steilkurven sind allerdings nur mehr zu Fuß zu bestaunen.

Der BOSS GP-Tross war zuletzt vor zwei Jahren in Monza am Start. Damals siegten Phil Stratford (USA, Penn Elcom Racing) und Ingo Gerstl (AUT, Top Speed). Letzterer steht vor seinem siebenten BOSS GP-Meistertitel in der OPEN-Klasse. Realistischerweise können den Salzburger in Monza nur ein früher technischer Defekt an seinem Toro Rosso STR1 oder ein Unfall noch vom Titel abhalten. Der letzte verbliebene Kontrahent Gerstls in der Gesamtwertung 2021, Ulf Ehninger (GER, ESBA Racing), ist mit seinem blau-weißen Benetton-F1 aus der Saison 1997 jedoch hinsichtlich Motorleistung und Aerodynamik unterlegen.

Hingegen ist die FORMULA-Klasse mit ihrer Fülle an Formel-2- und GP2-Wagen deutlich enger beisammen. Einmischen konnten sich zuletzt aber auch regelmäßig Piloten mit Boliden aus den Kategorien Auto GP und World Series by Renault 3.5, wie etwa Harald Schlegelmilch (LVA, HS Engineering) in Brünn bewies. In Schlegelmilchs Wagen sitzt in Monza der Ire Paul O’Connell, wird auch er für eine Überraschung sorgen können? Nachdem die abgesagten Rennen am Nürburgring erst 2022 nachgeholt werden, steht der Italiener Marco Ghiotto (Scuderia Palladio) zum dritten Mal in Folge als Meister der FORMULA-Wertung fest. Die besten Karten auf Rang 2 hat vor dem Finale Simone Colombo (ITA, MM International), der bislang mit Konstanz punktete. Doch nur einen Punkt hinter seinem Teamkollegen liegt Landsmann Luca Martucci. Alle drei Genannten jagen in Monza den begehrten Heimsieg. Außenseiterchancen darf sich noch Andreas Fiedler (GER, Fiedler Racing) ausrechnen, der zuletzt wieder näher an die Spitze gerückt war.

Zeitplan BOSS GP Grande Finale Monza:

Freitag, 1. Oktober 2021
10:15–10:45 Freies Training 1
14:25–14:55 Freies Training 2

Samstag, 2. Oktober 2021
10:30–11:00 Qualifying
15:35 Rennen 1 (20 Minuten)

Sonntag, 3. Oktober 2021
12:50 Rennen 2 (25 Minuten)

Report Rennen Brünn

Doppelsiege für Ingo Gerstl und Harald Schlegelmilch bei den Masaryk Racing Days.

Das vierte Saisonevent führte die BOSS GP Racing Series am ersten September-Wochenende des Jahres auf Tschechiens größte Rennstrecke nach Brünn. Am schon traditionellen Termin der Masaryk Racing Days versammelten sich im bunten Rennprogramm auch einige der schnellsten Rennwagen der Welt, um gegeneinander Rennen zu fahren.

OPEN-Klasse
Unschlagbar war erneut Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) im kreischenden Toro Rosso STR1 mit V10-Cosworth-Motor aus dem Jahr 2006. Die Konkurrenz lässt weiter auf sich warten, so fährt Gerstl dem nächsten Titel entgegen. Es wäre sein sechster Meistertitel in der OPEN-Klasse der Formel-1- und IndyCar-Boliden. Damit würde er mit seinem ehemaligen Konkurrenten und BOSS GP-Rekordhalter Klaas Zwart (NLD) gleichziehen. Sein Debüt auf der Rennstrecke von Brünn absolvierte Ulf Ehninger (GER, ESBA Racing) im beliebten 1997er-Benetton. Gegen Gerstls deutlich moderneren Boliden hat dieser zwar keine Chance, aber Ehninger präsentierte sich auf der tschechischen Achterbahn mit zwei zweiten Plätzen bestmöglich – damit hält Ehninger die Meisterschaft weiter offen.

FORMULA-Klasse
Harald Schlegelmilch (LVA, HS Engineering) zeigte früh an diesem Wochenende, dass er der Favorit auf den Klassensieg ist. Der Ex-Formel-3-Profi zeigte nach seinem erfolgreichen Auftritt am Red Bull Ring früher in diesem Jahr der etablierteren Konkurrenz erneut, was er draufhat. Auch wenn der Meisterschaftsführende Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) im ersten Rennen ordentlich Druck machte, behielt Schlegelmilch im World-Series-Wagen der letzten Generation die Nerven und gewann knapp aber doch Rennen 1. Tags darauf im zweiten Lauf startete Ghiotto besser und übernahm gleich beim Fliegenden Start die Führung. Doch Schlegelmilch, der auf den Geraden etwas langsamer war, konnte sich in den Kurven immer wieder heranbremsen und vor Rennhalbzeit dann auch die Führung übernehmen und in Richtung Sieg düsen.

Rang 3 in beiden Rennen sicherte sich ungefährdet Luca Martucci, der damit seinem Teamkollegen Simone Colombo (beide ITA, MM International) in der Gesamtwertung bis auf einen Punkt näher gerückt ist. Rookie Colombo holte mit zwei vierten Rängen das beste aus einem Wochenende, welches mit einem Unfall im Training begann. Ebenfalls satte Punkte holten Walter Steding (GER, Scuderia Palladio; zweimal 5.) und Bruno Jarach (EST, Eesti Motorsport; 6. und 7.). Im Unterschied zu Andreas Fiedler (GER) und Christian Ferstl (AUT), die von technischen Problemen geplagt waren.

Das nächsten beiden Läufe zur BOSS GP Racing Series 2021 stehen auf dem Autodromo Nazionale Monza am 2. und 3. Oktober auf dem Plan.

Fotos: Angelo Poletto und Erwin Strassnig/BOSS GP

Vorschau Brünn

Die BOSS GP Racing Series ist bei den Masaryk Racing Days in Brünn zurück in der Startaufstellung.

Europas schnellste Rennserie ist am kommenden Wochenende zu Gast im Automotodrom von Brünn. In der zweitgrößten tschechischen Stadt versammeln sich von Freitag bis Sonntag 20 der schnellsten Rennwagen der Welt zum vierten von fünf Saisonevents 2021. Darunter aufregende Big Open Single Seater aus den Kategorien Formel 1, Formel 2, GP2, World Series by Renault und Formel 3000, die für ein unüberhörbares Erlebnis sorgen. Publikum ist bei den Masaryk Racing Days zugelassen, auch das Fahrerlager kann besichtigt werden. 16 Euro kostet das Wochenendticket, 12 Euro ein Tagesticket – der Verkauf erfolgt direkt an den Eingängen.

Die Strecke am westlichen Stadtrand ist mit 5,403 Kilometer Streckenlänge nach Monza die zweitlängste im BOSS GP-Rennkalender 2021. Schnell und flüssig zu fahrende Kurven wechseln sich mit einem technisch anspruchsvollen Teil ab. Auch die Motorleistung ist mitentscheidend, denn auf der tschechischen Achterbahn geht es im letzten Streckendrittel steil bergauf. Ideales Terrain also, um für Ulf Ehninger (GER, ESBA Racing) im Benetton B197 und Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) im Toro Rosso STR1 ihre V10-Power auszuspielen. In der FORMULA-Klasse wird Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) versuchen, seinen sechsten Saisonsieg einzufahren. Seine schärfsten Gegner, Simone Colombo und Luca Martucci (beide ITA, MM International), werden allerdings etwas dagegen haben. Nach einem Rennen Pause ist auch Red-Bull-Ring-Sieger Harald Schlegelmilch (LVA, HS Engineering) zurück im Feld. Bei den SUPER LIGHTS ist Maurizio Copetti (ITA) im V6-World-Series-Boliden der Favorit.

Neben dem Headliner BOSS GP fahren von Freitag bis Sonntag weitere Rennserien: Drexler Formel Cup, ESET V4 Cup mit der TCR Eastern Europe und dem Renault Clio Cup Bohemia, Suzuki Swift Cup Europe und historische Rennklassen (HAIGO).

Zeitplan BOSS GP Masaryk Racing Days Brno:

Freitag, 3. September 2021
11:10–11:40     Freies Training 1
15:25–15:55     Freies Training 2

Samstag, 4. September 2021
09:30–10:00     Qualifying
15:25               Rennen 1 (20 Minuten)

Sonntag, 5. September 2021
09:05–09:15     Warm-up
12:15                Rennen 2 (25 Minuten)

Fotos: Angelo Poletto, Michael Jurtin/both BOSS GP

Report Rennen 1 Spielberg

Abtrocknende Strecke stellte Teams und Fahrer beim ersten Rennen des Wochenendes vor schwierige Entscheidungen: Gerstl erkämpft sich Sieg, Ghiotto triumphiert in der FORMULA-Klasse.

Der Wettergott hatte ein einsehen, es regnete vor Beginn des Rennens nicht mehr. Die Strecke trocknete so immer mehr ab. Die Teams stellte dies jedoch vor schwierige Aufgaben. Viele Stellen auf der Strecke waren bereits trocken, wenige noch nass. Das Feld war in der Reifenwahl zwischen Pirelli P-Zero (Slick) und Cinturato (Regen) gespalten. Gerstl (AUT, Top Speed) zog, wie viele seiner Konkurrenten im Vorderfeld, die Slicks auf. Eine Entscheidung, die sich als Goldrichtig herausstellen sollte. Da kein weiterer Regen mehr einsetzte, waren Piloten mit Regenreifen auf verlorenem Posten.

An der Spitze konnte sich Gerstl nicht absetzen, Stratford (USA, Penn Elcom Racing) und Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) verfolgten den Führenden wie einen Schatten. Eine wirkliche Überholmöglichkeit ergab sich im Laufe des Rennens jedoch nicht. Der Sensationsmann aus dem Qualifying, Harald Schlegelmilch (LVA, HS Engineering), konnte das Anfangstempo nicht mitgehen und fiel auf Gesamtplatz 4 zurück.

Riccardo Ponzio (ITA, Adriatica Competition) im Jaguar R3 konnte sich nach seinem Dreher in der Qualifikation rehabilitierten. Er fuhr teilweise die schnellsten Runden auf der Strecke und beendete das Rennen auf Platz 6 gesamt und Rang 3 in der OPEN. Ganz vorne sicherte sich Gerstl mit sechs Zehntel Vorsprung den Sieg vor Rückkehrer Stratford, der nach einem Jahr Zwangspause wieder aufs Treppechen steigen durfte. Ghiotto komplettierte das Podium und war zudem der klare Sieger in der FORMULA-Klasse. Schlegelmilch und Luca Martucci (ITA, MM International) komplettierten das Treppchen.

Gesamtsiegerehrung 2020: v.l. Ehninger, Martucci, die Meister Ghiotto und Gerstl, Steding sowie Ponzio

Für die Piloten gab es nach dem Rennen noch eine Überraschung: Es wurde die Gesamt-Siegerehrung der Meisterschaft aus dem Jahr 2020 vollführt. Für alle Piloten heißt es nun noch einmal fokussieren, um 15:55 Uhr Ortszeit startet das zweite Rennen des Wochenendes.

Fotos: Angelo Poletto/BOSS GP