Monat: März 2020

Nachruf Roger Cowman

Wir trauern um einen der Gründerväter der BOSS GP-Serie.

Roger Cowman aus East Midlands nahe dem Donington Park Circuit war Teambesitzer, Reifenhändler und Rennfahrer der alten Schule. Er begann einst mit Clubsport, gründete anschließend sein eigenes Team und nahm damit erfolgreich an Rennen der Formel 3 und der Formel 3000 teil.

Als diese Rennautos plötzlich keine Plattform mehr hatten, gründete Cowman mit einigen Wegbegleitern und beharrlicher Überzeugung 1994 die internationale Rennserie BOSS Formula. Gegen den ursprünglichen Namen „British Open Single Seaters“ gab es vom Königlich-Britischen Automobilklub Widerspruch, denn die Worte „British“, „International“ und „Europa“ durften nur für FIA-genehmigte Meisterschaften verwendet werden.

Doch Roger Cowman ließ sich davon nicht beirren und nannte die Rennserie einfach „Big Open Single Seater“. 1997 holte er den Inhaber der Fluglinie „European“, den Australier und späteren Minardi-Teamchef Paul Stoddart, ins Team. Die Serie wurde daraufhin in EuroBOSS umbenannt. Da „European“ Stoddarts Firmen- und Teamname war, hatten die Motorsportbehörden gegen die Verwendung des Begriffs EuroBOSS keine Handhabe.

Als gegen Ende der 1990er-Jahre die Idee von Rennen mit Hubraum- und PS-starken Formelautos in den USA aufgenommen wurde, sandte Roger Cowman sein BOSS-Reglement in die USA. Er fungierte auch als Berater und gab viele hilfreiche Tipps. Seine Vision war, ein weltweit einheitliches Reglement für sämtliche BOSS-Serien auf allen Kontinenten. Als in den Staaten dann auch kleinere Formelautos in deren Serie mitfuhren, sprach sich Cowman klar dagegen aus: „Nur wenn wir alle dieselben Grundregeln haben, können wir die Werte der BOSS-Serie aufrechterhalten. Mit der BOSS-Formelserie bin ich immer einen eigenen Weg gegangen – so war es, so ist es und so soll es bleiben!“

Roger war auch ein begnadeter Restaurator historischer Rennwagen und ein ewiger Optimist. Anfang März starb er im Alter von 73 Jahren.

Die BOSS GP-Familie spricht den Angehörigen ihr herzliches Beileid aus und bemüht sich, den von Roger eingeschlagenen Weg von BOSS weiterzugehen.

Terminverlegung Hockenheim

Das vom 24. bis 26. April geplante BOSS GP-Rennwochenende in Hockenheim muss verschoben werden.

Aufgrund der aktuellen Regelungen und Verordnungen zur Eindämmung des Corona-Virus können die BOSS GP-Rennen in Deutschland zum vorgesehenen Zeitpunkt nicht stattfinden.

Die Traditionsveranstaltung am Hockenheimring soll aber zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr nachgeholt werden. Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Zuvor musste schon das für Ende März datierte Season Opening der BOSS GP in Mugello aufgrund der Corona-Krise verschoben werden. Sobald Ersatztermine feststehen, werden diese auf www.bossgp.com veröffentlicht.

Neuer Pirelli P Zero für BOSS GP

Matteo Braga from Pirelli with the 2020 BOSS GP tyre - Credit Michael Jurtin

Exklusiv für Fahrer und Teams von Europas aufregendster Rennserie.

Pirelli präsentiert für die Saison 2020 einen neuen Trockenreifen in der BOSS GP-Serie. Dieser Reifen soll geübten Fahrern schnellere Rundenzeiten ermöglichen und weniger geübten den Umgang mit dem „schwarzen Gold“ erleichtern. Pirelli-Serienbetreuer Thomas Hummer erklärt: „Um die Kosten nicht unnötig in die Höhe zu treiben, verwenden wir nur eine Reifenmischung. Diese muss bei fünf Grad in Hockenheim funktionieren, aber auch bei 38 Grad in Monza.“

Beim neuen Slickreifen wurde in der Entwicklung darauf geachtet, das Temperaturfenster (in dem der Reifen am besten arbeitet) so groß wie möglich zu gestalten. Der P Zero 2020 nimmt die Temperatur schneller auf und speichert sie länger als die bisherige Reifenmischung. Damit soll die Gefahr von Drehern beim Abkühlen der Reifen, etwa nach Safety-Car-Phasen, verringert werden.

Einzigartig: violette Farbmarkierung

Erkennbar ist der neue P Zero BOSS GP von außen an zwei Kennzeichen: Einerseits an der violetten Seitenwand, anderseits an der aufgedruckten Kennung „BGP“. Wie schon bisher funktioniert der Pirelli-Reifen auf Formel-1-Autos genauso wie etwa auf Formel-2-Boliden (ehemals GP2) und WSbR-Autos. Vorne wird die Dimension 245/660 R13 verwendet, an der Hinterachse 325/660 R13. Der Regenreifen Cinturato bleibt unverändert.

A Pirelli engineer checks the tyre pressure
Pirelli-Ingenieure helfen den Teams mit ihrer Expertise
Credit: Michael Jurtin/BOSS GP

Betreuung auf Formel-1-Niveau

Der neue Reifen ist ausschließlich für eingeschriebene Teams und Fahrer für Rennen zur BOSS GP-Serie vorgesehen. „Motorsport ist in der DNA von Pirelli. Überall wo wir Passion sehen, wo wir Emotion miterleben, müssen wir zuhause sein – und das spüren wir in der BOSS GP!“, so Hummer über die Beweggründe von Pirelli, als Partner der BOSS GP-Serie aufzutreten. Bei der Montage werden die Formel-1-Standards eingehalten, außerdem sind Ingenieure von Pirelli bei den BOSS GP-Events vor Ort. Diese beraten die Teams bei der richtigen Handhabung der Pneus. Reifen-Bestellungen werden weiterhin über Partner „Reifen Hollerweger“ abgewickelt.

Produziert werden alle BOSS GP-Reifen im Formel-1-Werk von Pirelli in Rumänien. Der italienische Reifenfabrikant kann in der Entwicklung für die hohen Anforderungen im Motorsport auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen: Pirelli ist derzeit u.a. Ausrüster der Formel-1-Weltmeisterschaft, der GT3 World Challenge und ab 2021 in der Rallye-WM.

Titelbild: Matteo Braga von Pirelli mit dem BOSS GP-Reifen für 2020
Credit: Michael Jurtin/BOSS GP

Saisonauftakt verschoben

Das vom 27. bis 29. März geplante Rennwochenende in Mugello musste abgesagt werden.

Nach einer weiteren Verordnung der italienischen Regierung ist es nun nicht mehr möglich, eine Sportveranstaltung dieser Größe zum geplanten Datum durchzuführen. Grund hierfür sind die Sicherheitsmaßnahmen der italienischen Regierung, um der Ausbreitung des Corona-Virus entgegenzuwirken.

Die Sicherheit der Teilnehmer, Mitwirkenden und Zuschauer steht für BOSS GP an oberster Stelle. Zudem ist die Reisefreiheit in weiten Teilen der Welt eingeschränkt und damit ein fairer Wettbewerb, bei dem alle Fahrer zum Rennen anreisen können, derzeit nicht möglich.

Zunächst war seitens der Organisation in Abstimmung mit der BOSS GP-Serie versucht worden, die Veranstaltung ohne Zuschauer abhalten zu können.

BOSS GP und die Rennveranstalter Peroni versuchen, das Rennwochenende zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr nachzuholen. Neuigkeiten diesbezüglich werden auf www.bossgp.com veröffentlicht.

Damit startet die Saison der Big Open Single Seater wie schon in den letzten Jahren in Hockenheim. Von 24. bis 26. April geht das Jim Clark Revival mit zwei Rennen von BOSS GP über die Bühne.

Die Raubkatze ist zurück!

Riccardo Ponzio bringt 2020 einen Formel-1-Jaguar an den Start.

Der 22-jährige Italiener Riccardo Ponzio wird mit einem Formel-1-Wagen von Jaguar die komplette BOSS GP-Saison in der OPEN-Klasse bestreiten. Mit einer eindrucksvollen Präsentation wurde das spektakuläre neue Projekt für die BOSS GP-Saison 2020 jetzt in Italien vorgestellt.

Der Wagen aus dem Jahr 2002 wird von einem 750-PS-starken Cosworth V10-Motor angetrieben. Der damalige Einsatzpilot Eddie Irvine konnte damit in Monza aufs Podest fahren. Hohe Ziele hat auch Ponzio, der 2017 die italienische Formel 3 gewann: „Nichts kann einen wirklich darauf vorbereiten, ein Auto mit fast 1000 PS zu fahren. Aber die ersten Kilometer haben mir klar gemacht: Ich fühle mich bereit, mein Debüt zu geben.“

Ponzio und sein Jaguar R3
Credit: Adriatica Competition

Das Projekt ist auf zwei Jahre ausgelegt. Zum ersten Mal im Renneinsatz zu sehen sein werden Ponzio und sein Jaguar R3 beim BOSS GP-Saisonauftakt in Mugello von 27. bis 29. März 2020.